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3. mehr Glyphosatfragen

Veröffentlicht am 2018-01-25 00:00:00.0


3. mehr Glyphosatfragen

Glyphosat als Chelator. Der Begriff moderne Landwirtschaft.

Frage 5: Wie wirkt Glyphosat als Chelator?

Glyphsat wird bei richtiger Handhabung in geringer Dosierung eingesetzt. Trotzdem haben Wissenschaftler wie Fr. Prof. Krüger nachgewiesen, dass es auf den Mineralhaushalt von Boden und Tieren wirkt. Dass ein Chelator bestimmte Elemente an sich bindet, ergibt sich aus dem Begriff. Ein Chelator kann nicht wie eine Boten-RNS ganz spezifisch auf eine DNS wirken, sondern bindet die passenden Mineralien ohne Kenntnis darüber, ob es sich in einer Pflanze, im Tier oder Mikroorganismen befindet. s.a.(Mertens,Martha: Roundup und sein Wirkstoff Glyphosat – Wirkungen auf Bodenleben und Bodenfruchtbarkeit - im Anhang). Bei Spurenelementen, die ja ebenfalls in geringen Größenordnungen vorhanden sind, kann Glyphosat die Aufnahme über die Wurzeln oder im Darm weitgehend unterbinden.

Frage 6: Glyphosat verbleibt länger im Boden als erwartet und schädigt damit langfristig das Wachstum von Blühpflanzen. Kann das eine wesentliche Ursache des Insektensterbens sein?

Diese Frage wurde teilweise von Herrn Dr.Karsten Osmers und von Herrn Gerd Kämmer beantwortet. Aber ist dieser Prozess auf seine verschiedenen Auswirkungen wirklich erforscht? Besteht nicht die Gefahr, dass wir auch hier erst am Anfang der Forschung stehen. Wir sehen aktuell das Insektensterben, aber das Vorhandensein von Blühpflanzen und das Vorhandensein von Insekten steht in weiteren Zusammenhängen, die z.B. wieder rückkoppelnd Einfluß auf auf die Bodenorganismen, .. nehmen. Aber sicher sind am Bienenstereben viele Faktoren 'Schuld', die nicht vom Glyphosateinsatz verschuldet werden.

Frage 7: Wenn behauptet wird, dass die moderne Landwirtschaft ohne Glyphosat nicht auskommt, impliziert dass die Behauptung, dass die moderne Landwirtschaft so effizient ist, dass wir ohne sie nicht auskommen! Hieraus ergeben sich gleich zwei Fragen: Kommen wir wirklich nicht ohne Glyphosat aus? Ist die moderne Landwirtschaft wirklich so effizient? Wobei der Begriff modern häufig mit Large Scale Agriculture verknüpft wird. Dabei wird die Zukunft mit Aquaponic,. Hydroponic, Vertical Gardening, Farmbots und IOT zeigen, dass gerade Mikrofarming effizient, ökologische nachhaltig und technisch hypermodern sein kann.

Zu dem Beitrag von Herrn Classen über Direkteinsaat gibt es folgende Info im Netz, die eine pflugfreie Bodenbearbeitung ohne Glyphosat dokumentiert:

https://www.youtube.com/watch?v=0pioDyedC-0

Es geht auch ohne Glyphosat.

Hier sind wir mitten in der Diskussion, was für eine Landwirtschaft wir brauchen. Die Agrarindustrie und der Bauernverband verfolgen die These, dass nur die moderne Landwirtschaft effizient ist. Aber ist sie das wirklich? Auf meiner Homepage http://leever-miteenanner.de/umwelt.html habe ich in dem Beitrag "Moderne Landwirtschaft - Ihr Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung" errechnet, wieviel landwirtschaftliche Fläche wir für unsere Ernährung brauchen: Da ist zu erkennen, dass wir zusätzlich zu den ca. 16.Mio ha Land in Deutschland noch mal 14 Mio.ha außerhalb der EU nutzen, um unsere Agrarrohstoffe zu produzieren. Ein großer Teil unserer Effizienz liegt also im Import von Agrarrohstoffen, die unter problematischen sozialen (Vertreibung von Landbevölkerung, Gesundheitsgefährdung, Vernichtung von Arbeitsplätzen ), wirtschaftlichen (Zerstörung ökonomischer Resourcen, Zerstörung von Subsistenzwirtschaft und evolutionären Regionalentwicklungsprozessen) und ökologischen Bedingungen (Rodung von Regenwald, Aufbau von Monokulturen) arbeitet. Der Bauernverband und große Teile der konservativen Parteien verfolgen auch die These, dass eine moderne Landwirtschaft genau mit diesen Implikationen funktionieren muß. Gleichzeitig ist diese moderne Landwirtschaft ökologisch, sozial und regionalpolitisch für die Region auch in Deutschland ineffizient. Und die ökologische Ineffizienz zeigt sich nicht nur im Bienensterben. Sie offenbart sich im CO2-Haushalt. Wie verschiedene Studien nachweisen, führt nur eine nachhaltige Weidewirtschaft mit regelmäßiger, schkundiger Beweidung zur Humusbildung (s.a. Anita Idel: Die Kuh ist kein Klimakiller, 30% des weltweiten CO2 werden in Weiden gespeichert) und damit zur Speicherung von ca. 10-15 tonnen Co2 pro Jahr. Umgekehrt führt eine schlechte Grünlandwirtschaft zur Freigabe von CO2. Wird Grünland umgepflügt, konnen im Zeitablauf pro ha bis zu 200 t. CO2 freigegeben werden. In SH haben wir zwischen 2005 -2015 ca. 100 000 ha absolutes Grünland (ein Viertel der Grünlandflache) verloren. Man rechne das mal hoch! Ebenso verhält es sich im Ackerbau. Hier kann durch nachhaltige Bewirtschaft pro Jahr einige Tonnen CO2 gespeichert werden.

Frage 8: Wer sagt, daß eine moderne Landwirtschaft eine industrielle Landwirtschaft des Wachsen und Weichens sein muß?

In dem leider nicht mehr in der BR-Mediathek verfügbaren Film (https://www.br.de/mediathek/video/10-milliarden-wie-werden-wir-alle-satt-10-milliarden-wie-werden-wir-alle-satt-av:59e72a5110571b00) 10 Milliarden Menschen Wie werden wir alle satt sind unterschiedliche Zukunftsentwürfe gezeigt worden. Es wurden die Risiken der sogenannten modernen Landwirtschaft des Wachsen und Weichens dargestellt, aber auch andere Alternativen. Ich persönlich halte nichts von Schwarz- und Weißmalerei. Produkte aus Biolandwirtschaft können äußerst unökologisch produziert werden (Biokartoffeln aus Ägypten). Richtig ist aber, dass wir die Nahrungsqualität und die Produktionsbedingungen Richtung Tierschutz, Artenschutz und Ökologie intensiv verbessern müssen, wenn diese Erde für alle Menschen lebenswert bleiben soll. Dabei können moderne Techniken wie sie die Digitalisierung der Landwirtschaft bietet (Sensorik, Prozesssteuerung, Robotik, IOT)eine Gefahr werden, aber wenn sie uns kontrolliert und beherrscht werden, auch sehr hilfreich sein und auch einen ökologischen, modernen Gegenentwurf zum Wachsen und Weichen liefern. Die Frage ist, ob wir dafür steuernd eingreifen und dadurch ökologisch, sozial und regionalpolitisch sinnvollen Gegenentwürfen eine Chance geben.( ABL und BDM vertreten ebenfalls die These, dass es auch für eine moderne Landwirtschaft bäuerliche Alternativen jenseits des Wachsen und Weichens gibt.) Um Weichen anders zu stellen, kann der Staat steuernd eingreifen, aber auch wir können es durch unsere Kaufkraft. Unsere Kaufkraft kann regulierend, steuernd und gestaltend Einfluss auf die Produktion nehmen (Dazu kann man Die Einkaufsrevolution von Tanja Busse lesen oder 2 Thesenpapiere aus 1994 zum vernetzten Wirtschaften von mir erhalten)

Klar ist aber, dass wir an einem Scheideweg stehen, der Einfluss haben wird auf unser Klima, auf unser Dorfleben, auf unsere Lebensräume, auf unsere Landschaft, auf unsere Gesundheit, auf unser Wohlsein und auf die Lebensbedingungen auf dieser einen Erde.

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