Moderner Pflanzenbau
... mit Bienenschutz!
... ohne Glyphosat?
Ein Vortrag der Grünen in Schaalby, eine genutzte, oder/und eine vertane Chance
Nachdem ich gestern dem Glyphosatvortrag von Dr. Karsten Osmers in Schaalby beigewohnt habe, war ich aufgewühlt. Ich muß sagen, es war ein guter Vortrag, die Beiträge der anderen Referenten waren ebenfalls spannend und manchmal erhellend, b.B. die Informationen von Herrn Callsen. Sein Argumente zur Humusbildung - auch ein wichtiger Beitrag zur langzeitigen CO2-Bindung und für eine gute Bodengare. Das Argument, dass das Verbot von Glyphosat in Europa letzendlich zu mehr Glyphosat in Nahrungsmitteln in der EU führen könnte, wenn man nicht gleichzeitig die Einfuhr von glyphosathaltigen Futter- und Nahrungsmitteln aus dem EU-Ausland durchsetzt, ist stark. Wir leben in einer Welt, die komplex ist und komplexe kybernetische Prozesse wirken in der Wirtschaft, in ihren Rückkopplungen auf unser Leben, auf unsere Natur und auf die ökologischen Prozesse. Das hat beispielhaft der Biokybernetiker Prof. Frederic Vester beschrieben. Die Wissenschaftstheorie ist längst so weit, dass dynamisch verkettete biochemische Prozesse mit einer Vielzahl von anorganischen, organischen Stoffen, Mikroorganismen und Organismen nicht in simplen Laborversuchen nachzuvollziehen sind. Oft sind Krankheitssymptome, die durch den Ablauf verketteter Prozesse entstehen, nur durch komplexe Erkenntnisstrategien nachzuvollziehen.
Doch wie haben wir diskutiert.
Ich habe mich dann noch mal hingesetzt und einen Tag lang viele Forschungsberichte, Filme und Informationen zu Glyphosat studiert. Und mir ist noch einmal das bestätigt worden, was ich in der Diskussion angedeutet habe. Wie wird Wissenschaft beim BfR bewertet? Warum werden Studien wie die von Frau Prof. Krüger, Uni Leipzig und Prof. Gilles Eric Seralini, Molekularbiologe, Universität Caen defamiert, bzw. nicht einbezogen? Warum werden Feldstudien von Prof.Dr Damien Verzenassi ignoriert? Hat das mit unserem verkürzten Wissenschaftsverständnis zu tun? In ihrer Präsentation hat Prof. Krüger dazu selbst eine kleine Anmerkung (s.a.Anhang) gesetzt:
Jede Wahrheit durchläuft drei Phasen: In der ersten wird sie verlacht In der zweiten wird sie wild bekämpft In der dritten wird sie als Selbstverständlichkeit akzeptiert
Kurz nach meinem Studium war ich zu einem Vortrag auf der Rainbow Warrier in Kiel zur Dünnsäureverklappung in der Nordsee. Die Greenpeace-Aktivisten warnten vor dem Umkippen der Nordsee durch die Verklappung. Die Meeresbiologen vom Institut für Meeresbiologie verlachten diese Warnung, als mathematisch statistisch umnmöglich. Jeder weiß, dass kurz darauf gerade dieses Institut feststellen mußte, wie groß die Gefahr für die Nordsee wirklich war. Solange Wissenschaft monokausal vorgeht, kann sie die wirklich wichtigen Fragen ausklammern. Leider ist es oft so, dass gezielte Maßnahmen sich erst wesentlich später auswirken und das oft mit fatalen Folgen. Ich kenne das aus meinem Arbeitsbereich: Als die Zuchtwertschätzung Schwein innerhalb von kaum mehr als einem Jahrzehnt dem Schwein Streßempfindlichkeit, Rückenmuskelnekrose, Muskelatrose und vieles mehr beschert hatte, hat man darauf reagiert. Für mich war damals klar, dass die Konzentration der Zuchtwertschätzung Milch auf wenige Parameter verursacht durch die längeren Generationsintervalle bei Rindern wesentlich später, aber dafür ebenso heftig zuschlagen wird. Praktiker, Tierärzte und Wissenschaftler wie Dr. Wittenberg,ALL, sind damals verlacht worden. Erst als die Resultate der ZWS ans Licht traten - wie die extrem frühen Abgänge von Milchkühen, schlechte Reproduktionsraten - hat die Zucht reagiert. Auch beim Glyphosateinsatz hat man den Eindruck, dass die Gefahren und Auswirkungen nicht ausreichend erforscht werden. Eine Frage, die bei jedem naturwissenschaftlich gebildeten Menschen zum intensiven Nachdenken führen müßsste, stelle ich im nächsten Abschnitt:
