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Moderne Landwirtschaft

Veröffentlicht am 2016-06-13 00:00:00.0


Moderne Landwirtschaft

Moderne Landwirtschaft - Ihr Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung

Moderne Landwirtschaft - Ihr Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung

Die Chagga, auch Dschagga, Tschagga, Waschagga; sind ein rund um das Kilimandscharo-Massiv in Tansania lebendes Volk. Traditionelle Chagga-Hütte

Sie nutzen seit Generationen ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem. Dieses System hat ihnen - integriert in eine Baumgartenkultur mit mehreren Hundert verschiedenen essbaren Pflanzen-Arten (Früchten etc.) auf mehreren Vegetationsebenen (verschieden hohen Bäumen, Sträuchern und Gräsern) - jahrhundertelang ermöglicht, intensive Landwirtschaft an den Hängen des Kilimandscharo zu betreiben. Mittlerweile wurden jedoch die meisten Kanäle durch Rohrleitungen ersetzt. Durch das Abholzen großer Teile des ursprünglichen Regenwaldes unterhalb der Grenze des Nationalparks (1.950 m) und der dadurch bedingten Versteppung und Verödung der Böden in Verbindung mit zunehmender Trockenheit ist dieses System gefährdet.

Auf der letzten Veranstaltung der Initiative Schönes Angeln ging es um gesundes Essen. Die Gefahren der aktueller Nahrungsmittelproduktion waren ein wichtiges Thema. Im Answchluß entspann sich eine intensive Diskussion über die Probleme, aber auch über die angebliche Leistungsfähigkeit der sogenannten modernen Landwirtschaft. Die These eines Diskussionspartners war, daß die moderne Landwirtschaft dabei hilft, den Hunger in der Welt zu beseitigen. Natürlich können moderne Technologien nachhaltig, ökologisch und sozial verantwortlich eingesetzt, zur Verbesserung der Ernährungssituation auf der Welt beitragen. Die obige These ist m.E. aber kritisch zu sehen, da die Politik und die Landwirtschaft die zweifelsohne bestehenden Innovationen in der Agrarproduktion nicht für nachhaltige Entwicklung eingesetzt haben. Richtig ist, daß die moderne Landwirtschaft die weltweiten Resourcen nutzt, ja plündert, um unsere Bevölkerung 'gut' zu versorgen.

Im Jahr 2010 betrug die landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland insgesamt 16,8 Mill. ha, davon waren 11,9 Mill. ha Ackerland und 4,7 Mill. ha Dauergrünland. Der Rest entfällt auf Baumschulen, Obstanlagen, Rebland, Weihnachtsbaumkulturen sowie Haus- und Nutzgärten. Von der landwirtschaftlichen Nutzfläche wurden 2010 58,3 % für den Anbau von Futterpflanzen, 28,8 % für den Anbau von pflanzlichen Nahrungsmitteln und 9,6 % für den Anbau von Energiepflanzen genutzt.

findet man in einer Veröffentlichung des statistischen Bundesamtes: [Zur Flächenbelegung](https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=9&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwiWjaDYkqfMAhWDDiwKHVseBaAQFghVMAg&url=https%3A%2F%2Fwww.destatis.de%2FDE%2FPublikationen%2FThematisch%2FUmweltoekonomischeGesamtrechnungen%2FFachberichtFlaechenbelegung5385101109004.pdf%3Fblob%3DpublicationFile&usg=AFQjCNHL3FegoPWdCukWLe9-wE9NqEAJ3Ablob=publicationFile "Flächenbelegung)

Die Nutzung der Grünflächen für die tierische Veredlung steht außer Frage. So hat z.B. Anita Idel in ihrem Buch 'Die Kuh ist kein Klima-Killer!' eindrucksvoll die ökologische und ökonomische Sinnhaftigkeit der Weidewirtschaft nachgewiesen, soweit sie hachhaltig betrieben wird. Zieht man also von den 9,8 Mio. ha für den Futterbau die Grünlandflächen ab, die heute leider auch nicht mehr ökologisch sinnvoll bewirtschaftet werden, so werden immerhin fast 5 Mio. ha Ackerfläche -in Deutschland- für den Futterbau genutzt. Das sind 42 % der Ackerfläche. Zusätzlich werden im Ausland 4.0 Mio. ha Ackerland für die Fütterung des deutschen Nutzviehs benötigt. Dabei ist zu beachten, daß ein beachtlicher Anteil der tierischen Produkte wieder exportiert wird, was man allerdings ebenfalls als ökologische Katastrophe einschätzen muß. Dazu kommen die Importe von pflanzlichen Nahrungsmitteln für deutsche Verbraucher, die weltweit über 11 Mio. ha Land nutzen. Dabei ist die moderne Ausrichtung der globalisierten Weltlandwirtschaft dafür verantwortlich, daß soziale und ökologische Lebensräume in den benachteiligten Ländern dramatisch zerstört werden. So geht aus einem Bericht, für den auch der frühere CDU-Umweltminister, Prof. Klaus Töpfer, verantwortlich zeichnet, hervor, daß der Boden weltweit um ca. 30 % degradiert wird, bei Grünland um ca. 33 %, bei Ackerland um 25 %.

Die Ergebnisse, die auf modernen Satellitenkartierungen basieren, zeigen ein erschreckendes Bild: In den letzten drei Jahrzehnten degradierten global 33 Prozent des Weidelands, 25 Prozent der Ackerböden und 23 Prozent der Waldflächen. Etwa 30 Prozent der globalen Landfläche, der Lebensraum von etwa 3,2 Milliarden Menschen, sind von signifikanter Bodendegradation betroffen. Bodendegradierung kostet die Welt jährlich rund 300 Milliarden Euro. Die Untersuchung zeigt auch: Jeder heute investierte US-Dollar würde in Zukunft fünf US-Dollar sparen.

steht in einem Artikel der Universität Bonn: Bodendegradierung

Aus dem oben zitierten Bericht über die Flächenbelegung geht hervor, daß der Anteil der Importe an pflanzlichen Erzeugnisse für Nahrungsmittel von 2000 auf 2010 von 10 Mio. ha auf 14 Mio. ha zugenommen hat. Dabei sind die ökologischen Auswirkungen dieses Flächen- und Bodenverbrauches die eine Seite, die andere, die soziale Problematik zeigt sich wie einem anderen Bericht zu unseren Eiweißeinfuhren beschrieben habe in dramatischen Fluchtbewegung vom Land, aus der Subsistenzwirtschaft, in die Slums der Städte und natürlich auch aus den benachteiligten Ländern in die Metropolen.

Da bleibt es nicht aus, daß Verbraucher über ihre Verantwortung nachdenken, denn so dramatisch die Auswirkungen unseres Verbrauches auf die benachteiligte Welt sind, so dramatisch sind sie auch hier. Landflucht und Verödung der Kulturlandschaften sind auch bei uns erkennbar. Zugegeben etwas provokant habe ich behauptet, daß es inzwischen angenehmer ist, in den Städten spazierenzugehen und zu wandern, als auf dem Land. Das trifft sicherlich nicht überall zu, aber in Teilen von Angeln ist die Naturlandschaft längst erheblich reduziert worden. Das unterstreicht dann auch ein Artikel aus dem Schleswirg-Holstein Journal vom 23.4.2016, in dem steht:

Für Bienen wird es immer schwieriger, in Schleswig Holstein Lebensräume zu finden. Ausgerechnet auf die Städte ruht die Hoffnung, die Zukunft der fleißigen Bienen zu sichern.

Dabei ist klar, daß die Landwirte keine Schuld an dieser Entwicklung tragen. Für konventionelle Landwirte gibt es derzeit kaum ein Entweichen aus dieser unseligen Schraube aus 'Wachsen oder Weichen', die uns so viel volkswirtschaftlichen Schaden zufügt. Aber als Verbraucher haben wir eine Macht, unser Geld, unser Einkaufsverhalten und damit können wir umsteuern für eine gesunde, nachhaltige und innovative Landwirtschaft. Doch dazu in einem anderen Blogeintrag mehr.

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