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Brainstorming Textilprojekt

Veröffentlicht am 2016-04-13 00:00:00.0


Brainstorming Textilprojekt

Projekt Textil Brainstorming

Vorbemerkung

Macht oder Ohnmacht der Verbraucher, beides spiegelt sich im Einkaufsverhalten wider. Inwieweit verwende ich meine Macht als Käufer gemeinsam mit vielen anderen Käufern so, daß ich damit den Produktionsprozess so steuere, daß er der Ökologie, den produzierenden Menschen und dem eigenen Wohlbefinden dienlich ist. Dabei kann ich auch aktiv oder sogar proaktiv einkaufen. In Tanja Busses Buch: 'Einkaufsrevolution: Konsumenten entdecken ihre Macht' geht sie eindrucksvoll auf die Situation in der Textilindustrie, auf die Situation der Landarbeiter auf den Baumwollfeldern, die Situation der Näherinner in den Fabriken ein und beschreibt Wege aus diesem Dilemma. Sie beschreibt die Fortschritte durch Verbraucherverhalten in der Textilindustrie, aber auch das zähe Ringen der NGO's und die beschränkte Wirksamkeit der Arbeit. Ich bin dann auf die Seiten der Labels gegangen, die sie als besonders fortschrittlich dargestellt hat. Das Stöbern in diesen Shops bringt schnell Ernüchterung. Die Fa. Hess natur hat tolle Angebote, die aber preislich soweit über den Textildiscountern liegen, daß es schwer sein wird, viele Leute davon zu überzeugen dort einzukaufen. Der Landjugendverlag hat ein Label mit einem ganz kleinen Angebot. Einkleiden kann man sich damit nicht. Der Otto-Verlag hat mit PURE WEAR ein ökologisches Label und arbeitet mit CCC, eine NGO, die sich für eine kontrollierte sozial- und ökologisch verträgliche Produktion einsetzt, zusammen. Die Ware soll so billig wie normale Textilien bei OTTO angeboten werden. Ein interessanter Ansatz. Diese Beschränktheit der Angebote führt zwangsläufig zu der Überlegung wie können Verbraucher durch gemeinsames, vernetztes Wirken den Markt aufmischen. In einem Artikel, den ich 1994 zu dem Thema steuerndes und vernetztes Handeln von Konsumenten geschrieben habe, habe ich einige grundlegende Thesen zu dieser Frage aufgestellt und erörtert. Schon vorher und auch seit dieser Zeit sind viele Konzepte vorgetragen worden, einige wurden inzwischen umgesetzt, aber die Wirkung ist noch nicht durchgreifend effizient.

Was können wir tun

Immer wieder erfährt man seine eigene Ohnmacht und in Gesprächen mit Freunden und Partner aus den Gruppen, in denen ich arbeite, klingt es ähnlich wenig zuversichtlich. Kybernetisches, vernetztes Denken und die Ergebnisse der Chaostherie zeigen aber, daß fraktale eigengesteuerdes Handeln sehr erfolgreich sein kann. Warum kann man also kein Projekt starten, daß dabei hilft den eigenen Grundbedarf an Textilien ökologisch und sozial zu befriedigen. Durch ein solches Projekt erreicht man mehr. Man kann wichtige Impulse für eine commity-gesteuerte vernetzte Wirtschaft entwickeln und zur Entwicklung einer aktiven , kybernetisch arbeitenden Konsumentengruppe beitragen, die ihr Geld und Arbeitskraft (Freizeit, Ruhestand, …) einsetzt, um Produktion und Konsum sozial und ökologieverträglich umzusteueren.

Konzept Brainstorming

Auch durch die neue Technik, durch neue Arbeitsweisen entstehen neue Möglichkeiten. Mir persönlich fallen dabei zwei innovative Strategien ein. Warum gibt es keine Teekampagne für Textilien? Da haben ein paar Studenten in Berlin ein erfolgreiches Unternehmen gegründet, mit dem ökologisch und sozial verträglich Tee produziert und verkauft wird. Die Kampagne ist aktionsorientiert. Was zwei Studenten auf die Beine stellen konnten, muß doch eine Community schaffen können. Noch besser wäre es Communitynetzwerk zu schaffen, daß diese Aufgabe übernimmt, wobei man ebenfalls mit Aktionen arbeitet, die über Crowdfunding finanziert werden. So wie die Teekampagne keine kleinen Mengen verkauft, wäre es auch hier sinnvoll Sets an Unterwäsche, Bettwäsche etc. zusammenzustellen und gemeinsam über das Crowdfunding anzubieten. Wenn sich Gruppen zusammenschließen und größere Stückzahlen kaufen, verringert sich der Preis noch mal. Wichtig ist es bei einer solchen Aktion, sich zu konzentrieren, auf

  1. Einfache Textilien
  2. Ein Sortiment von Produkten, daß den Basisbedarf an Unterwäsche und Kleidung mit jeweils einem Modell in unterschiedlichen Größen abdeckt.
  3. auf ökologische und soziale Zeilsetzung. Soweit Bioproduktion dabei zu keinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten führt, sollten Bioprodukte bevorzugt produziert werden. Aber BIO darf kein Dogma sein, wenn man schrittweise viele Mensch, auch mit kleinen Einkommen erreichen will. Ökologische und soziale Standards sollten aber unbedingt eingehalten werden. In dem angehängten Mindmap habe ich zusätzliche Anforderungen beschrieben.
  4. Regionale Gruppen hier bei uns Konsumenten und an den Produktionstätten können und sollten zusammen mit weltweiten NGO's als TaskForce für die Projektierung und Umsetzung des Projektes arbeiten. Dabei wäre es besonders wirksam, wenn man kleinbäuerliche Baumwollproduzenten, Landarbeiter unterstützen könnte, die zusammen kooperieren. Gleiches gilt für Spinnerinnen, Näherinnen, etc. Dabei wäre es gut, wenn man hier Möglichkeiten schafft, familienverträglich - auch fern Ballungsgebieten - zu arbeiten. Die erforderlichen Standards sollte man in der Konzeptphase gemeinsam erarbeiten. Das Internet schafft die Kommunikationsplattform, um zu viele unnötige und aufwendige Reisen zu vermeiden.
  5. Um ökologische und soziale Standards von Anfang an umsetzen zu können, sollte man sich a. auf wenige Materialien- am Anfang vielleicht nur einen Stoff (??) beschränken - und alle Produktionsstufen von der Primärproduktion bis zur Auslieferung der Ware gemeinsam planen.
  6. Es ist wichtig, daß das Projekt funktioniert und das nicht nur als Eintagsfliege sondern langfristig. Daher gilt es, daß Crowdfunding gewissenhaft und gut zu planen und öffentlichkeitswirksam mit geringem finanziellem Input zu werben. Hierfür wäre es gut, sich politische und wirtschafliche Unterstützung durch NGO's, Stiftungen etc. zu organisieren und finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Dies ist nur ein Anfang. Die Idee kam heute Nacht. Mindmap und das Brainstrorming zum Konzeot habe ich heute in ein paar Stunden zusammengeschrieben. Ich hoffe, daß die Freunde, die dies lesen, mitwirken, damit aus diesen Gedanken Schritt für Schritt (Ich denke da anMichael Endes Tranquilla Trampeltreu) aber doch zeitnah ein durchdachtes Konzept wird. Bitte versucht Kontakte zu knüpfen, um Ideen zu verifizieren, Wege auszuloten und Mitstreiter zu finden,. Ich kenne so viele Menschen, die denken wie ich und die sich sagen, wir wollen nicht mehr, daß für die Baumwollproduktion 1/4 aller weltweit eingesetzten Insektizide aufgewendet wird, obwohl für diese Produktion nur 3 Prozent der Weltackerfläche gebraucht wird. Wir wollen nicht mehr, daß Menschen für unsere Kleidung leiden oder gar getötet werden. Wir wollen den Menschen, die für unser Wohlsein arbeiten eine Perspektive mit unserer Marktmacht schaffen und auch für ihr Wohlbefinden sorgen. Wir sind sorgsame, aktive Konsumenten. Ein chinesisches Sprichwort sagt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Dieses Sprichwort hat A. Merkel im Kontext mit der Flüchtlingsfrage zitiert. Aber gerade die Flüchtlingsfrage hat mit unserem globalem Wirtschaften zu tun. Und wie z.B. Tanja Busse sagt, haben wir gemeinsam eine Macht. Ich finde wir sie einsetzen, um Wirtschaft fraktal umzusteuern, mit unseren Mitteln. Und diese Mittel sind vorhanden, wir haben nur nicht den Mut gehabt,. sie einzusetzen. Setzen wir sie also gemeinsam ein für die Erde, für die gebeutelten Produzenten, für uns.

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