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Belladonna-Stamm

Veröffentlicht am 2015-12-26 00:00:00.0


Belladonna-Stamm

Schwarzbunte und Holstein Friesian auf dem Wischenhoff in Süderzollhaus

Direkt nach dem 1. Weltkrieg, mein Großvater Martin Paulsen, hatte gerade den 1.Weltkrieg überlebt, da kauften er und seine Brüder sich Zuchtkühe in Ostholstein und gründeten gemeinsam mit unserem Nachbar Feddersen einen Milchkontrollverband. Die damals erworbene Kuh Belladonna ist die Stammkuh und Urahnin der gesamten Herde auf dem Wischenhoff. Sie und ihre Nachkommen haben Langlebigkeit, Fitness und Leistung vererbt. Für den Belladonnastamm wurde meinem Vater in den 60er Jahren von G. Flessner eine Kammerplakette überreicht. Auf Kreis-, Landes- und Bundestierschauen waren unsere Kühe erfolgreich. Atlanta, eine unseren vielen Elevation-Töchter wurde Siegerkuh jung auf der Kreistierschau und beste Färse auf der Landestierschau. Die Kuh Monat, eine 1000 kg schwere Asbach-Tochter hat auf der DLG-Schau einen 1b-Preis erzielt und Wespe, eine weitere Elevation-Tochter erreichte 1a-Preis auf der DLG-Schau in Hannover. Einige mit 90 Punkten exellent punktierte Kühe hat die Herde hervorgebracht. Monat, Wespe, Atlanta, Walpurgis, Ratascha und Senegal gehörten u.a. zu diesem Kreis. Wespe und Senegal, jeweils mit 94 Punkten, gehörten zu den höchstpunktierten Kühen in Schleswig Holstein.

Leistungsmäßig ragten Kühe wie Atlanta und Nordlicht, eine Emil II-Tochter heraus. In den 70er Jahren war Nordlicht mit über 565 kg Fett in einem Jahr die zweithöchste Leistungskuh in SH. Atlanta war einige Jahre die Kuh mit dem höchsten Zuchtwert in SH. Auch mit Kuhfamilien und Herdensammlungen war mein Vater, später zusammen mit meinem Bruder, mehrfach erfolgreich. Highlight war sicherlich auch der Verkauf des Wespe Sohns Agent für 36000 DM auf der Eliteauktion in Hamm. Auf Bundesschauen waren auch u.a. auch die Pabst Ideal-Töchter Ratascha und Südlicht sowie die Elevation-Tocher Abendsonne erfolgreich. Etliche Bullen wurden von Besamungsstationen gekauft und positive Vererber. U.a. der Atlanta-Sohn Faust, der in Wanderup stark eingesetzt wurde. Ein nach Dänemark verkaufter Top-Vererber war der Bulle Sydjyden Nam, der aus der Anpaarung unserer Franz-Tochter Olive mit Elevation stammte und in Dänemark über 200 000 Erstbesamungen machte. Aus der Kuh Olive stammte auch der poisitive Telstar-Sohn Oxer, der in Kassel-Lohfelde stationiert war und ebenfalls hochprämierte Kühe (Bundestierschau) hervorbrachte.

Leider verhinderte die Rindergrippe, daß dieser Erfolg sich fortsetzte. In den letzten 20 Jahren konzentrierte mein Bruder Hans Martin die Zucht intensiv auf hohe Inhaltsstoffe, Fitness und Hornlosigkeit. So hatte er bereits vor mehr als 10 Jahren mehr als 200 hornlose Rinder auf dem Betrieb. Leider konnte er diese Zuchterfolge wegen der Rindergrippe nicht vermarkten. Nach einem Mißgriff mit dem hochdotierten Valerian, einem Chef2-Sohn, selektierte er die eingesetzten Vererber besonders nach den Kriterien Langlebigkeit, Fitness und Blutführung. So hat die Inzucht auf Elevation und Osbornedale Ivanhoe die Zucht stark geprägt. Der Fitness-Bulle Emminent, auch aus dieser Blutlinie wurde herdenweit mit gutem Erfolg eingsetzt. Später kam mit Blackstar, ein Bulle hinzu der ebenfalls Osborndale Ivanhoe und Elevation im Pedigree führt. Vor dem Einsatz von HF-Bullen gab es eine Reihe herausragender Bullen der Wanderuper Besamungsstation, die hervorragende Kühe produziert haben. Da sind insb. die Bullen Oleander, Jäger, Atlas und Asbach zu nennen, die in unserer Herde überzeugt haben. Besonders geliebt haben wir auch die Emil II- Töchter, die bei uns hohe Leistungen und gutes Exterieur vererbt haben. Eine großrahmige, edle Kuh war u.a. die Emil-II-Tochter Lona, die aauf Kreis- und Landestierschauen erste Preise erzielen konnte, aber leider hauptsächlich männliche Nachkommen hatte. Einer ihrer Söhne, den die Rinderbesamung Hündersen damals kaufen wollte, wurde auf der Auktion abgekört, weil er für den damaligen Geschmack zu dairy war. In einem weiteren Beitrag werde ich etwas näher auf die Geschichte der Herde eingehen. Der Zuchterfolg wurde in besonderem Maße durch herausragende Förderer wie Dr. Otto Richter und Dr. Hubert Schulz gefördert. Aber auch die gemeinsame Arbeit in der Familie über Generationen hinweg und der rege Gedankenaustausch mit den benachbarten Züchtern Peter Petersen, Claus Jöns, Niklaus Petersen und später dem Züchterclub meines Bruders haben Anteil an dem Erfolg.

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