Wenn die Achsen (X, Y oder Z), die über Gewindespindeln (meist T8-Leitspindeln) bewegt werden, stocken, blockieren oder sich ungleichmäßig bewegen, ist das Erhöhen des Motorstroms eine logische Stellschraube. Bei Spindelantrieben (wie beim Yofuly 3018 CNC-Router) gibt es neben dem reinen Strom jedoch meist drei mechanische und softwareseitige Hauptursachen, die das "nicht optimale" Bewegen auslösen. [1] Bevor Sie die Hardware-Spannung ändern, sollten Sie diese Punkte prüfen:
1. Mechanische Schwergängigkeit (Häufigste Ursache)
Spindeln verzeihen im Gegensatz zu Riemenantrieben absolut keinen Versatz.
- Kupplungen prüfen: Die elastischen Alu-Kupplungen zwischen Schrittmotor und Spindel müssen minimales Spiel haben. Drücken sie zu fest auf die Motorwelle, blockiert der Motor.
- Ausrichtung der Spindelmutter: Wenn die Messing-Nachstellmutter (Anti-Backlash-Nut) nicht perfekt fluchtend zur Führung der Linearwellen sitzt, klemmt die Spindel in bestimmten Positionen. Lösen Sie die Schrauben der Messingmutter leicht, fahren Sie die Achse komplett von links nach rechts und ziehen Sie die Schrauben dann vorsichtig wieder fest.
- Schmierung: Nutzen Sie kein WD-40 (das verklebt). Verwenden Sie stattdessen ein leichtes PTFE-Spray, Nähmaschinenöl oder Trockenschmierstoff.
2. Software-Einstellungen im GRBL ($1, $110, $120)
Über die Konsole von Programmen wie Candle oder LaserGRBL können Sie die Bewegungsparameter anpassen. Tippen Sie $$ in die Befehlszeile, um die Werte zu prüfen: [2]
- $1=255 (Schrittmotor-Haltestrom): Standardmäßig schalten viele Boards die Motoren nach einer Sekunde Inaktivität stromlos ($1=25). Bei Spindeln sackt dann oft die Z-Achse ab oder die Achse verliert beim erneuten Anfahren Schritte. Stellen Sie den Wert auf $1=255, damit die Motoren permanent unter Strom (und blockiert) bleiben, wenn sie stehen.
- $110, $111, $112 (Maximale Vorschubgeschwindigkeit): Spindeln können sich physikalisch nicht so schnell drehen wie Riemen. Sind die Werte zu hoch (z.B. über 1000–1500 mm/min), verschlucken sich die Motoren und summen nur, statt sich zu drehen. Testen Sie niedrigere Maximalgeschwindigkeiten (z.B. 600).
- $120, $121, $122 (Beschleunigung): Ist die Beschleunigung zu hoch eingestellt, schafft der Motor den Übergang vom Stand in die Bewegung gegen den mechanischen Widerstand der Spindel nicht. Senken Sie den Wert testweise (z.B. auf 30 oder 50).
3. Letzter Schritt: Stromstärke anpassen
Wenn Mechanik und Software stimmen, erhöhen Sie den Strom über die Referenzspannung ($V_{ref}$) wie eingangs beschrieben am Treiberpotentiometer. [3]
- Die Yofuly CNC-Boards nutzen oft DRV8825-Treiber anstelle von A4988.
- Formel für den DRV8825: $\text{Stromstärke (A)} = V_{ref} \times 2$. Wenn Sie also eine Spannung von 0,75 V messen, liegt der gelieferte Strom bei ca. 1,5 A.
- Erhöhen Sie den Wert in minimalen Schritten (z.B. von 0,6 V auf 0,7 V), um den Motoren mehr Drehmoment zu geben. Achten Sie darauf, dass der auf dem Yofuly-Board verbaute Lüfter läuft, da die Treiber sonst wegen Überhitzung abschalten. [4]
Stocken die Achsen bei Ihnen an jeder beliebigen Stelle (Anzeichen für Software/Strom) oder immer nur an bestimmten Punkten, beispielsweise ganz am Rand oder in der Mitte der Schiene (Anzeichen für eine verbogene oder verspannte Mechanik)?
[1] https://www.amazon.ae [2] https://www.amazon.com.be [3] https://www.youtube.com [4] https://www.sainsmart.com
