Eiweißfuttermittel
Gegenwärtig werden auf deutschen Äckern für Futterzwecke rund 26.000 Tonnen verdauliches Eiweiß erzeugt. Zum Vergleich: Die Nettoimporte nach Deutschland belaufen sich auf drei bis vier Mio. Tonnen Sojabohnen und etwa zwei Mio. Tonnen Sojaextraktionsschrot pro Jahr.
so steht es 2013 unter http://www.proteinmarkt.de/futtermittel/artikel/news/kritik-an-der-eiweissstrategie.
Was sagen uns diese Zahlen?
1. In Deutschland werden kaum noch Eiweißfuttermittel angebaut. Rechnet man mit den oben genannten Zahlen, so werden noch nicht einmal 0,5 % des aktuellen Eiweißfuttermittelbedarfs in Deutschland produziert.
2. Wo nicht angebaut wird, kann auch nicht gezüchtet werden. Damit besteht die Gefahr, daß Potentiale, die durch eine klimakompatible Züchtung entwickelt werden könnten, nicht genutzt werden.
Während in der EU auf 300000 ha Soja angebaut wird - ungefähr die absolute Grünlandfläche in SH) , werden in den USA auf 30 Mio ha Soja angebaut, Alleine in Brasilien und Argentinien werden jeweils 20 Mio ha Soja angebaut. Um den Bedarf in Deutschland zu decken, bräuchte man bei einem Ertrag von 3 t pro ha ca 2 Millionen ha Fläche. Bei 12 Millionen ha Ackerfläche in Deutschland wäre das 1/6 der gesamten verfügbaren Ackerfläche. 0,9 Mio. ha werden für den Biogasmaisanbau in Deutschland verschwendet.
Auf der Webseite http://klima-wandel.eu/sojaanbau.html werden die verherrenden Folgen für die Umwelt eindrucksvoll beschrieben.
Eine eindrucksvolle Zahl - gerade angesichts der weltweiten Flüchtlingsbewegung - ist diese: Alleine 2007 wurden durch den Soja-Anbau in Brasilien, Argentinien und Paraguay schätzungsweise bis zu 4 Millionen Menschen von ihrem Land vertrieben. So flüchtet die Landbevölkerung meist in die Armenviertel der Städte, wie auf der Seite http://www.welthaus.de/kampagnen/lokaler-fleischkonsum-globale-folgen/unser-fleisch-macht-hunger/ beschrieben.
Das sind dann auch die Fragen, die wir uns stellen müssen: Verursachen wir mit unseren Eßgewohnheiten,mit unseren Verfahrensweisen in der tierischen Veredlung, aber auch mit falsch gedachtem Energiewendesubventionen für die Biogasproduktion weltweit Monokulturen, Fluchtbewegungen in überforderte Städte und Hungersnöte?
