Warum dieses Buch jetzt geschrieben wird.
Einer Umfrage des Allensbach-Instituts zufolge geben 31 Prozent der Befragten an, in einer "Scheindemokratie" zu leben, "in der die Bürger nichts zu sagen haben". Können diese vielen Menschen sich irren? Oder sind ihre Eindrücke stimmig. Wenn man sich anschaut wie sehr die Ohnmacht der Menschen sich beschleunigt entwickelt, weil sie kaum noch Möglichkeiten sehen, sich aus den wachsenden ökonomischen Zwängen zu befreien, die die aktuellen Lebensbedingungen ihnen diktieren, dann stimmt ihr Eindruck. Die Grundstückspreise in den Städten und damit die Mieten explodieren. Die Lebenshaltungskosten werden durch Klimawandel, Kriege, Naturkatastrophen immer weiter wachsen. Und damit wächst auch die gefühlte Ohnmacht der Menschen. Wir sehen gleichzeitig, dass alleine während der Pandemie die Milliardäre über 40 % reicher geworden sind, während die Armut exponentiell wächst -in Deutschland und anderswo.
Wenn unsere Freiheit und die Demokratie überleben soll, darf sie nicht nur auf den Parlamentarismus beschränkt werden. Demokratie muß dann gelebt werden, von uns Menschen gemacht werden, gemeinsam entwickelt werden. Es geht um Teilhabe und aktives Dabeisein, das für jeden einzelnen etwas bewegt und für jeden Wohlsein schafft. Teilhabe ist aber nicht erreichbar, wenn wir nicht die Hindernisse beseitigen, die diese Teilhabe immer intensiver infrage stellen. Machen und Mitmachen darf sowohl für den einzelnen Menschen wie insbesondere für Gemeinschaften nicht behindert werden, sondern muß aktiv durch Gesetze, durch Kommunen, Behörden und allen staatlichen Einrichtungen verstärkt werden.
Unsere Geldpolitik, unsere Boden - und Baupolitik, unsere Wirtschaftspolitik belohnt die Spekulation und bestraft ehrliche Arbeit. Und nicht nur das: Sie verhindert es, dass Menschen sich zusammentun, um anders zu wirtschaften und zu leben. Community Driven Development hat deshalb kaum eine Chance, weil das aktuelle Regelwerk die Entwicklung verhindert und der Ressourcenbesitz von Wenigen Chancengleichheit nicht nur für Kooperativen ad absurdum führt. Ein Beispiel. Vor ein paar Tagen war ich bei einer SOLAWI, die sehr engagiert auf weniger als einem Hektar beginnt, zu arbeiten. Sie haben erzählt, dass sie für den Ankauf eines weiteren Hektars inzwischen 130000 Euro bezahlen müssen. Das ist der aktuelle Bodenpreis in ihrer Region. Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Bodenpreise in NRW laut https://www.proplanta.de/Maps/Bodenpreise+Nordrhein-Westfalen_poi1317908906.html
1974: 12.843 Euro/ha 2000: 26.142 Euro/ha 2020: 59.275 Euro/ha
Und dann in Welte (nahe Dülmen) schon 130000 Euro. Für die Entwicklung neuer Konzepte ein KO-Kriterium.
