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3.PET,Atari,Minix,Linux und Mainframe

Veröffentlicht am 2020-12-12 00:00:00.0


3.PET,Atari,Minix,Linux und Mainframe

Vom Homecomputer zum Mainframe

Beim Milchkontrollverband Westfalen-Lippe

Für mich war dieses landwirtschaftliche Rechenzentrum eine neue Welt. Es war damals nicht nur das Rechenzentrum des MKV, sondern auch der Landwirtschaftskammer.

Vieles was mit dem Heimcomputer einfach ging, schien auf den Mainframes schwierig zu sein. Aber meine ersten Aufgaben musste ich dann auf der Nixdorf 8850 absolvieren. Dieser Rechner war recht komfortabel und insb. für Spezialaufgaben gut geeignet. DIDOS war die dort benutzte Programmiersprache, in die sehr komfortable Datenbankfunktionen integriert waren. Eine Katastrophe waren die Edierfunktionen. Wenn man Programme schrieb, die nicht auf 'einen Bildschirm -also auf 25 Zeilen a 40 Zeichen- passten, mußte man Klimmzüge unternehmen, sobald man ein e Funkton erweitern wollte. Der Bildschirm machte es manchmal schwer Spezialzeichen wie Punkt und Komma zu unterscheiden. Meine erste Aufgabe war es, über die Tastaturschnittstelle Laborgeräte zur Milchanalyse anzubinden. Ca 8-10 Irmas, so wurden die Geräte genannt, wurden angedockt. Vorher waren die zu den Milchproben gehörenden Daten mit den Milchproben über neben den Geräten stehenden Lochkartenlesern verbunden.

Ich erinnere mich noch gut an das nicht besonders komfortable Labor. An einer Wand prangte ein riesiges, vielsagendes Plakat: "Irma lügt nicht". Das sollte Vertrauen bei den bäuerlichen Besuchern wecken, die am Anfang noch dem Gerberverfahren, das die Kontrollassisten manuell zur Fettprozentbestimmung benutzt hatten, nachhingen. Später wurden immer schnellere Geräte an die 8850 angedockt und immer mehr Proben wurden analysiert. Pro Jahr bis zu 5 Millionen Analysen. Wenn das der 8850 zu viel wurde, schrillten Piepstöne durch das Labor, das Labor stand still und ich war im Stress!

Bald,1983/84, habe ich dann auf der 8850 auch eine erste datenbankgestützte Mailbox entwickelt, die die Daten erst mittels Akustikkoppler mit 1200 baud von und zum Hof übermittelt hat. Einer unserer Landwirte, Jobst Dasmann, war zusammen mit Herrn Hasselroth Initiator und Entwickler von Superkuh, das von der Firma Klöpper & Wiege vertrieben wurde. Forsch hat er auch versucht, den Computer mit Akustikkoppler im Kuhstall zu nutzen. Das Problem: Sobald die Kühe brüllten, purzelten die Daten und die Übertragung brach zusammen. Kuhstallakustik eben! Als das Regionalfernsehen auf dem Hof Dasmann in Brochterbeck die Innovation aufgezeichnet hat, haben wir die Kühe natürlich darum gebeten, sich ruhig zu verhalten. Hat geklappt (=; .

Allerdings versuchte ein Partner, der sich wohl als Konkurrent sah,das Produkt madig zu machen. Man behauptete, dass man damit Viren einschleusen könnte und das RZ lahmlegen könnte. 10 Jahre später hat das besagte RZ ihre Datenübermittlung dann auch vom Diskettenversand auf Mailbox umgestellt, dateibasiert, was gegenüber einer datenbankbasierten Mailbox immer noch unflexibel und unhandlich war. 1984 habe ich dann auch ein PASCAL-gestütztes MDE-Gerät (MDE = Mobile Datenerfassung) der Firma Thaler für Besamungstechniker programmiert. Der Besamungstechniker konnte von zu Hause Informationen zum Sperma abrufen und auch die erfassten Besamungsdaten für eine automatische Verarbeitung direkt an den LKV und an die Besamungsstation liefern.

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