Synergieeffekte erzielen
Lange Jahre hing in meinem Büro eine Karikatur auf der ein Wagen, der von einer Person gezogen wurde und von einer anderen geschoben wurde, zu sehen war. Viereckige Räder waren montiert. Auf dem Wagen lagen runde Räder. Der Mann, der hinten schob, forderte immer wieder die Räder zu wechseln, doch der Mann an der Deichsel verneinte mit dem Argument, dass man dafür keine Zeit habe, Es war eines der wichtigsten Aufgaben zur Entwicklung einer effizienten Softwareentwicklung im Rechenzentrum, überall nach Synergieeffekten zu suchen. Dafür waren meine Sinne und mein Verstand seit der Zeit bei dem multinationalen Konzern geschärft. Nach meinem Zivildienst haben sie mich noch einmal um eine DV-Analyse gebeten. Dabei habe ich herausgefunden, dass einige Daten, wie z.B. Wurfdaten bis zu achtmal erfasst und manuell übertragen wurden. Ein irrer und zudem fehleranfälliger Aufwand. Um Synergien im RZ zu erreichen, ging es immer wieder auch darum zusammenzuarbeiten, statt zu konkurrieren. IT und Automation auf den Betrieben war ein schnell wachsender Markt. Monopolbestrebungen, wie wir sie durch IBM und Microsoft im Bereich der Big Player erlebt haben, gab es auch im Bereich der Tierzucht mit negativen Folgen für die technologische Entwicklung unseres Bereiches. Dabei konnte jeder erkennen, dass Monopolbildung zu einem Nadelöhr führte, der die Entwicklung von fortschrittlichen landwirtschaftlichen IT-Systemen extrem behinderte. Statt auf Arbeitsteilung zu setzen und die beackerten Subsystemen für das Andocken anderer Subsysteme zu optimieren, hatten einige Organisationen das Ziel alles selbst zu machen und zu beherrschen und die Konkurrenten in horizontalen wie in vertikalen Bereichen auszustechen. Das führte das dazu, dass die Entwicklung in der MLP und Tierzucht sehr langsam von statten ging und jeder sein eigenes Süppchen kochte. Standardisierung, Zusammenarbeit mit vielen Partner wäre hilfreich gewesen, wurde aber immer wieder hintertrieben. Trotzdem war es eine meiner wesentlichen Aufgaben Synergien zu erkennen und zu realisieren. Aber es war auch wichtig für uns zu erkennen, was wir leisten konnten. So war mir 1986 klar, dass das LKV-Rechenzentrum nicht länger alle Serviceleistungen für die Landwirtschaftskammer abbilden konnte. In einem Paper habe ich dann auch herausgearbeitet, dass die Aufgaben der Kammer-IT mit über 200 IT-Arbeitsplätzen in der Verwaltung diametral zu denen des MKV mit damals noch 8000? Mitgliedsbetrieben waren, die einen ganz anderen Service benötigten. Wenig später trennten sich die Kammer vom MKV-Rechenzentrum. Zu diesem Zeitpunkt war das gut so.
Die Situation zu Beginn der 90er Jahre war verworren. Großrechner, mittlere Datentechnik und die PC's fanden schon deshalb schwer zu einander, weil die Kommunikationsschnittstellen nicht abgestimmt waren und die auf einem Rechner vorhandenen Programmiersprachen auf den anderen nicht vorhanden waren. Unterschiedliche Computer zu vernetzen, war damals noch eine erheblicher Aufwand. Ich erinnere mich noch wie ich über ein RS24-Kabel die Terminalschnittstelle einer PDP11 angezapft habe, um damit Daten von der PDP11 auf dem Atari ST zu speichern und sie später auf unsere Mainframe zu überspielen, um die Daten eines neuen RZ-Kunden zu migrieren. Es war schwer, die Systeme zu vernetzen und Software optimal zu entwickeln.
