← Zurück zur Übersicht

Opa-Strux2Cologne5

Veröffentlicht am 2020-10-03 00:00:00.0


Opa-Strux2Cologne5

Durch den Teuto und das nördliche Münsterland, eine alte Heimat

Ich dachte, dass der Teuto besonders anstrengend würde. Doch weit gefehlt. In Ostercappeln habe ich mich noch einmal schlau gemacht, wie ich am besten nach Osnabrück fahre. Und es wurde ein besonderes Vergnügen. Fast schon ein Fahrradhighway führte mich durch das Wiehengebirge Richtung Osnabrück. Mit dem Vorurteil - alle Städte auf der Strecke bis auf Münster - sind eine Katastrophe für human-powered-vehicle. Aber die Strecke durch Osnabrück ist einfach nur geil. Talwärts treibt es mich auf gut ausgebauten Fahrradwegen ohne große Hindernisse mit bis zu 50 km/h in die Stadt. Durch die Altstadt sind einige Wege als Fahrradwege gekennzeichnet. So kann man Altstadt genießen. In der Stadt finde ich ein Mobilitätszentrum. Hier wird über die zukünftige Infrastruktur der Stadt bürgernah unter Einbeziehung von Rad,Fuß und ÖPNV nachgedacht und Zukunftskonzepte entworfen. Leider waren alle Mitarbeiter ausgeflogen, um zu projektieren. Schade, ein Plausch über Mobilitätsfreiheitsrechte für alle Bürger, insbesondere für Kinder, hätte mir gefallen.

So aber ging es weiter Richtung Lengerich. Tolle, aber nicht wirklich beschwerliche Teutoberge mit viel Wald und Aussicht haben den Spaß bestehen lassen. In Lengerich habe ich dann eine längere Pause auf dem vorgelagerten Platz eines Cafes gemacht. Dabei habe ich Schatten und Stromanschluß gefunden. So habe ich hier einige Zeit verbracht, um alle Akkus :); aufzuladen.

Der Weg von Lengerich Richtung Ladbergen führt mich durch Wälder und Wiesen, meist auf kleinen Wegen zum Dortmund-Emskanal. In einem Wald finde ich dann auch einen einladenden See, flux die Badehose angezogen und rein in die Fluten. Eine tolle Abkühlung. Später allerdings verfolgt mich die Überlegung, wo ich mir eine Unzahl von schmerzhaften Grasmilbenstichen eingefangen habe? Diese Qual fing aber erst abends an und es ist wohl möglich, dass einer der beiden Gärten, die ich in Münster vorab besucht habe, Auslöser waren.

Auf dem Weg Richtung Ladbergen kam mir dann ein alter Bauer entgegen, der auf einer Weide nach den Rindern sah. Da ich gerade Probleme mit meiner Fahrradtasche hatte, habe ich - nachdem er mich nach meinem Problem gefragt - hatte, geklönt. Dass er der Cousin von Willy Werdeling war, einem früheren LKV-Vorsitzenden, bei dem ich tätig war, hat zu einem ausgiebigen Plausch geführt. Ein Plausch über alte Zeiten: Also war ich endgültig im Münsterland angekommen, wo ich fast 30 Jahre lang gerne gelebt habe. Ja, das Münsterland ist gerade für Liegeradfahrer ein Gedicht. Mir fehlte einzig und allein, die frische Brise, wenn die Luft zu sehr stand, mein Schleswiger Platt und die beiden Meere, die SH umschlingen.

Kurz darauf kam ich an den Dortmund-Ems-Kanal. Auf der linken Seite bin ich dann an ihm entlang gefahren und habe diese Corona-Entspannungsoase genossen, überall in gebührendem Abstand lagen junge Leute am Ufer oder einige schwammen im Kanal. Diesen Weg habe ich ab und an mit meinem Kurzlieger von der Landwirtschaftskammer in Münster aus zum Torfmoorsee zurückgelegt. Mit dem Trike ließ sich aber nur ein Teil der Strecke entspannt fahren, so daß ich irgendwann Richtung Guntruper Berge abgebogen bin.

Dort bin ich dann auf einen tollen Hof mit Hofladen gestoßen, wo man sich gegen Entgelt bedienen konnte. Ein leckeres Eis war mir da gerade recht.

Eigentlich wollte ich ja noch den Kanal auf einem Parallelweg begleiten. Aber die Warnung vor einem der aktuell unheimlichsten Tiere, die deine Haut schon bei der ersten Erwähnung mit einer kribbelnden Gänsehaut überziehen, schien dort heimisch zu sein: Der Eichenprozessionsspinner ist sein Name. Und mein Entsetzen war so groß, dass ich eine andere Route Richtung Kinderhaus gewählt habe. Alte Erinnerungen wurden wach. Besonders der Weg durch die Rieselfelder und am Max-Clemenskanal entlang, an der Kammer entlang,wo ich 25 Jahre gearbeitet habe, am Kristall entlang, einem Szenelokal, dass wir früher oft besucht haben, haben mich beeindruckt. Hier wird die Stadt für die Menschen zurückerobert. Bei einem so sonnigen Wetter durch die Rieselfelder zu fahren, ist immer wieder ein Erlebnis. Auch hieran habe ich viele tolle Erinnerungen. Ich erinnere mich an die Zeit als wir mit der Familie Schöll und ihren und unseren Kindern hier Schlittschuh gelaufen und Eishockey gespielt haben. Lange her!

Dieses Bild demonstriert, wie Menschen neu ein- und ausgerichtete Rückzugsort geniessen. Während meiner Tour haben sich hier und im daneben gegelegenen Wiehenburgpark viele Familien und kleine Gruppen erholt. Ja, auch daran erinnere ich mich gerne. Vom Kreuzviertel bin ich fast immer durch den Wiehenburgpark mit dem Fahrrad zur Kammer gefahren. Jetzt ging es aber weiter auf die Promenade am Krezviertel und Schloß vorbei zum Aasee. Dort habe ich auf Jörn und meine Enkel gewartet, um mein Fahrrad bei seinen Freundin Janita abstellen zu können. Janita ist früher tagtäglich bei uns in Neuenkirchen ein und aus gegangen. Es war toll, sie mal wieder zu treffen.

Vom Aasee ging es dann nach Gievenbeck zu Jörn, wo ich die nächsten Tage im Kreise meiner Enkel gewohnt habe. Am nächsten Tag haben wir Jörns Geburtstag gefeiert. Dort habe ich dann auch Ingrid wiedergetroffen, die mit dem Auto von Struxdorf gefahren ist. In den nächsten Tagen haben wir viel Spaß mit Jona, Lilli und Fiete und natürlich auch mit Linda und Jörn gehabt. U.a. haben wir hier den Tierpark in Ladbergen und den Allwetterzoo in Münster besucht. Der Tierpark in Ladbergen hat für Ingrids und meine Beziehung eine besondere Bedeutung. Hier fing alles vor über 37 Jahren an. Hier haben wir Kindergeburtstage gefeiert,... Jetzt waren wir mit unseren Enkelkindern und den Eltern von Linda dort, um Jörns Geburtstag zu feiern.

Info

Diese Seite wurde dynamisch aus Groovy-DSLs generiert.


User: