
Nachdem ich Abends noch mit Lasse,Sabrina und Lotti den Tag ausklingen ließ, ging es am nächsten Tag früh morgens los. 120 km zur nächsten Unterkunft sollten es werden. Und meine Erfahrung sagte mir, dass es meist einiges mehr wird. Und mein Gefühl sollte Recht behalten. Es war die längste Etappe mit 156 km, die ich an diesem Tag zurückgelegt habe. Und es war der härteste Tag der Fahrt. Einiges an Steigungen, aber vor allem ein extrem strammer Gegenbwind und wegen des Bewußtseins, dass ich viele km zurücklegen mußte, habe ich den Motor bis KM 80 ausgeschaltet gehabt.Ich war so langsam, habe mich gequält und gefragt, ob ich diese Reise in meinem Alter noch bewältigen kann. Es war aber trotzdem eine interessante Tour. Die Gegend um Neu-Wulmstorf mit den kleinen Dörfern, Hügeln und Wäldchen hat mir gut gefallen.

Später wechselte die Landschaft, flaches Land, tolle Radwegen über Land und riesige Felder. Das hat mich überrascht. Ich legte Kilometer zurück und die Felder, oft mit Mais besetzt, nahmen kein Ende. Auch hier gab es Felder mit sicherlich 80-100 ha Monokultur. Kein Wunder, dass hier das Insektensterben kein Ende nimmt. Gut war aber, dass auch viele Wälder meinen Weg begleiteten und teilweise Alleen die Straßen säumten.

So ging es über die Wümme von Rothenbug nach Verden. Durch Verden konnte ich einigermaßen entspannt fahren. Erst habe ich überlegt, ob ich dort alte Kollegen besuchen sollte, die dort im Heideweg in einem landwirtschaftlichen Rechenzentrum arbeiten, aber nach kurzem Abwägen ging es dann in ein freundliches Cafe am Wegesrand, um anschließend kurz hintereinander Aller und Weser zu überqueren. Hier in der Nachmittagssonne bei nachlassendem Wind über Flüsse, durch kleine und größere Dörfer zu fahren, tat der Seele im verschwitzten Körper gut.
Auf dem Weg nach Bassum gab es dann einige Irritationen. Bei Retzen, einer nicht unbeträchtlichen Anhöhe versagte meine Navigationapp, führte mich immer wieder in die Irrte. Auf Nachfrage bei Passanten kam ich dann schrittweise dem Ferienhof Pankalla näher, meiner Bett und Bike-Unterkunft. Auch kurz davor hat mich Google Maps mehrfach in die Irre geleitet. Wegkundige, die mir weiter geholfen haben, haben mir mitgeteilt, dass das sachon öfter vorgekommen ist. Na ja, Freunde, die uns mit Google Maps in Struxdorf finden wollen, oder auch die Sperrmülltransporter berichten ähnliches. Sie kommen irgendwo auf der anderen Seite von Struxdorf aus. Nach einem anstrengenden Tag konnte ich auf dem Ferienhof sehr gut schlafen.
