Wie sah mich meine Mutter?
Wie sah mich meine Mutter?
Beim Melken Milch und Butter.
Sie schenkte stets ein volles Glas
Mehr Bier als Wein
Skat trumpft auf im Punsch,
nach Anis rochs im Krug und Köm,
Draußen standen Kühe,
fraßen wiederkäuend Gras
und meine Mutter hatte Mühe
zwischen Kind, Schenke, Küche, Kühe
Pflichtversessen die Augenlider nicht zu schließen.
Im Beginn war ich ein Traum
In einem gottverdammten Widerspruch.
Vielleicht ist sie nur meinetwegen
geblieben hier an diesem Ort?
War dieser Ort, war diese Pflicht
nicht fast faschistoider Muttermord?
Für sie, für Andre auch
ein schräger Klang,
ein böser Zwang.
Wollt ich nur raus?
War ich nur ein Protest, ein Schrei?
Ging ich dabei an ihr vorbei?
Was blieb von mir bei ihr?
Was blieb von ihr bei mir?
Was blieb als Lieb?
So hab ich nie gedacht!
Doch heut bin ich gerückt
nahe bei dem Ort,
Von dem ich lange fort.
Gesucht den Vater und die Mutter,
um nah zu sein und da zu sein
an ihrem Lebensabend.
Zu spät für meinen Vater,
zu fern doch für Dich Mutter?
War ich für Dich Verrat?
Oder habe ich Dich in mir bewahrt?
In meinem Herzen voller Schmerzen?
Ich werd es finden.
im Zwiegespräch, kein Ende mit dem Tod.
Die Dialoge aus dem Krug, dem Stall, der Küche wirken fort.
sind für mich ein zuversichtlich Hort.
Sie sind wie ein Gestalter
auch für mein Lebensalter!
