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Wie sah mich meine Mutter

Veröffentlicht am 2019-12-23 00:00:00.0


Wie sah mich meine Mutter

Wie sah mich meine Mutter?

Wie sah mich meine Mutter?

Beim Melken Milch und Butter.

Sie schenkte stets ein volles Glas

Mehr Bier als Wein

Skat trumpft auf im Punsch,

nach Anis rochs im Krug und Köm,

Draußen standen Kühe,

fraßen wiederkäuend Gras

und meine Mutter hatte Mühe

zwischen Kind, Schenke, Küche, Kühe

Pflichtversessen die Augenlider nicht zu schließen.


Im Beginn war ich ein Traum

In einem gottverdammten Widerspruch.

Vielleicht ist sie nur meinetwegen

geblieben hier an diesem Ort?


War dieser Ort, war diese Pflicht

nicht fast faschistoider Muttermord?

Für sie, für Andre auch

ein schräger Klang,

ein böser Zwang.


Wollt ich nur raus?

War ich nur ein Protest, ein Schrei?

Ging ich dabei an ihr vorbei?

Was blieb von mir bei ihr?

Was blieb von ihr bei mir?

Was blieb als Lieb?


So hab ich nie gedacht!

Doch heut bin ich gerückt

nahe bei dem Ort,

Von dem ich lange fort.


Gesucht den Vater und die Mutter,

um nah zu sein und da zu sein

an ihrem Lebensabend.

Zu spät für meinen Vater,

zu fern doch für Dich Mutter?


War ich für Dich Verrat?

Oder habe ich Dich in mir bewahrt?

In meinem Herzen voller Schmerzen?


Ich werd es finden.

im Zwiegespräch, kein Ende mit dem Tod.

Die Dialoge aus dem Krug, dem Stall, der Küche wirken fort.

sind für mich ein zuversichtlich Hort.


Sie sind wie ein Gestalter

auch für mein Lebensalter!

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