Ich bin in den letzten Jahren viel gereist. Aber so eine Gastfreundschaft habe ich nur in Uganda so erlebt wie hier. Es gibt vieles, was nicht funktioniert. Die Hygiene ist verbesserungsbedürftig, in der zugegeben offenen Kantine laufen Straßenhunde und Hühner zwischen uns heum und wegen meiner Floh- affinität versetzt mich das häufig in Panik. Mein Geschirr spüle ich nach dem Waschen immer noch mal in kochendem Wasser ab, weil es keine besonderen Putztücher etc. gibt. Aber diese Mühen werden mehr als wettgemacht durch die Gastfreundschaft, durch die vielfältigen Bemühungen, die sie mir zuteil werden lassen. Schon die kleinste Äußerung führt zu einer besonderen Hilfestellung. Die Teammitgliederinnen kochen immer wieder ausgefallene, tolle Sachen für mich. Gerade heute wieder wurde ich von Ms. Lin Lin mit einem leckeren Essen verwöhnt. Und auch wenn es heute Samstag ist und kein Workshop haben meine beiden heutigen Besucherinnen sich zu mich gesetzt und wir haben uns freundlich unterhalten. Zur Kantine und zum Workshop werde ich mit Auto oder Motorrad gebracht. Mein Kühlschrank ist voll mit Dingen, die mir das Leben leichter machen. Oft werde ich gefragt, was ich mir wünsche. Dabei ist einzig die Sprachbarriere eine besondere Schwierigkeit. Das gegenseitige Verstehen scheitert manchmal am Vokabular, viel öfter aber noch an der gewöhnungsbedürftigen Aussprache. Z.B. das Wort 'egg' kommt selten so bei mir an, dass ich verstehe was sie meinen. Sicher ist das auch im Workshop ein Problem. Und obwohl sie alle Lehrer unterrichten sollen, fällt es ihnen schwer, auf Englisch ihre Projekte zu präsentieren. Obwohl sie es doch in ihrer Sprache sicher beherrschen.
Aber es ist schon toll mit so jungen Männern und Frauen außerhalb unserer Familie mal wieder so viel Kontakt zu haben.
