Nach dem Frühstück wollte ich Geld abheben, denn am Abend zuvor hatte ich in der Rezeption gefragt, ob man irgendwo Essen gehen könne und mit Dollar bezahlen. Der junge Mann an der Rezeption war dann so freundlich zu fragen, ob das in einem befreundeten Restaurant ginge. Nun, es ollte wohl gehen. Den Vorschlag bei ihm Geld zu wechseln, hat er mir nicht gemacht. Mit dem Essen wurde es dann doch nichts, weil ich er mir den Weg beschrieben hat, ich auf dem Weg aber kein vertrauenserweckendes Restaurant gefunden habe. Daher wollte ich dann morgens sofort Geld abheben. Im Internet hatte ich mehrfach gelesen, dass EC-Karten inzwischen von den meisten Automaten problemlos akzeptiert werdn. Ich also alles in den Tresor, nur die EC-Karte eingesteckt und los. Nach dem ersten war ich noch zuversichtlich, dass es am nächsten klappt. Nach dem zweiten auch noch, nach dem fünften hatte ich schon ein paar km zurückgelegt und die Zuversicht schwand und es wurde auch immer wärmer. Ich also zurück und die VISA-Karte geholt. Die sollten total problemlos gehen, ich war mir aber nicht sicher, ob die PIN, die ich in meinem virtuellen Tresor gespeichert hatt, auch stimmte. Nun gut! Aber die ersten 5 Geldautomaten, diesmal auf dem Weg zum angeblich sehenswerten Bahnhof versagen den Dienst ohne Bedauern, ob des armen Mannes, der das Pflastertreten langsam ermüdend fand. Und dann ein Mißgeschick. Ein Automat war so freundlich das Teil zu akzeptieren. Und ich habe mich mit der PIN vertan: zweimal. Als ich dann das dritte Mal versuchte, wollte der Automat nicht mehr mitspielen. Nach einigen Umwegen bin ich ein zweites Mal voll verschwitzt im Hotel angekommen. Geduscht, mich aklimatisiert und einwenig Kraft gedankt und dann zur Rezeption, dort gefragt, ob man mir einen Geldwechseldienst empfehlen könnte. Die freundliche junge Frau hat mir dann gleich angeboten, dass ich es an der Rezeption erledigen könnte. Auch wenn sie Dollar und keine Euro wechseln wollte, habe ich erleichtert zugestimmt.Jetzt konnte ich zum Supermarkt und ein wenig einkaufen. Dummerweise hat sie mir dann einen Supermarkt vorgeschlagen, der 1,5 km entfernt lag. Also wieder Pflastertreten. Auf dem Weg lag ein Elektronikshop, in dem es viele IOT-Gadgets gibt, wie mir Mr. Aung erzählt hatte. Dort konnte ich dann erstaunlicher weise mit VISA-Karte bezahlen. Totalproblemlos. Aber ging es dannmunter weiter. Nun denkt man beim Pflastertreten in der Stadt, dass man rasch und ungehindert auf dem Bürgersteig zum Ziel kommt. Ja, die Bürgersteige gibt es hier auch. Da ist aber nirgendwo ein Durchkommen . Und wen man mal ein paar Meter auf dem Bürgersteig geht, steht man vor einem unüberwindlichen Hindernis. Bürgersteige sind für quer parkende Autos, Kleintransporter, Mofas und für Waren aller Art da.

Es scheint überhaupt nicht vorgesehen zu sein, dass man größere Strecken zu Fuß geht. So habe ich kaum jemand mehr als ein paar Meter gehen sehen. Und Fahrradfahrer? Fehlanzeige. Alle 30 Minuten konnte man mal den Blick auf so ein seltenes Exemplar erhaschen. Man spricht ja vom pulsierenden Verkehr. Und hier pulsiert er. Aber nicht in eine Richtung, nicht geordnet. Selten mal eine Ampel. Dafür ein permanentes Hupen. Man begrüßt sich, man warnt die vielen Mofafahrer. Hier pulsieren die unterschiedlichsdten Verkehrsteilnehmer in alle Richtungen. Und mußte ich mich schon an der Fahrbahn neben vielen Mofas entlangquälen, so war jede Kreuzung einer Tortur. Man mußte einfach rüber, Augen auf, aber durch. 20000 Schritte habe ich heute zurückgelegt, sagt meine Smartwatch. Aber dass waren nicht einfach Schritte, immer hin und her, weitergehen, stoppen, innehalten, Stufe hoch, Stufe runter. Aufpassen war angesagt, wenn man doch mal den Bürgersteig benutzte, denn dort gab es nicht nur tiefe Löcher. Myanmar soll die zweithöchste Unfalltotenrate der Welt haben, habe ich irgendwo gelesen. Vorstellen kann ich mir das nach diesem Tag.
