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Mapambano

Veröffentlicht am 2019-10-21 00:00:00.0


Mapambano

afrikanische Experimente mit Kompost

Plädoyer für den Menschen und sein Einfallsreichtum

Hier nur ein Zitat: Er weigert sich, weil Mapambano „von einer Frau erfunden wurde“, seiner inzwischen berühmten Nachbarin.Das Dorf Haubi, in dem sie lebt, ist nur 36 Kilometer von der Distrikthauptstadt Kondoa entfernt,doch wegen der ausgewaschenen Straße, die sich durch eine von Erosionsrinnen zerklüftete Hügellandschaft windet, dauert die Fahrt mit dem Geländewagen über zwei Stunden – und wenn es geregnet hat, geht gar nichts. Als Suzana 1957 im Alter von 27 Jahren Witwe wurde, reichte ihr halber Hektar Land bestenfalls, um sich und ihre acht Kinder zwei Monate lang zu versorgen. So experimentierte sie mit Kompostierung. Anstatt die Maisstiele und anderen Erntereste zu verbrennen, wie es normalerweise geschieht, sammelte sie sie in einer Grube. Nach und nach erweiterte sie den Cocktail um Asche, Dung und Urin, Abwasser, Küchenabfälle und Gras, bis die Mischung stimmte. Sie stellte fest, dass die Kompostierung umso schneller erfolgte, je tiefer die Grube war. Innerhalb von weniger als sechs Monaten verwandelte sich jetzt der Inhalt der bis zu drei Meter tiefen Deponie, abgedeckt und gelegentlich mit etwas Wasser versorgt, in dunkle, krümelige, fruchtbare Erde, genug, um die Pflanzen auf mehreren Hektar mit neuer Muttererde zu versorgen. Gewiss sei das anfangs viel Arbeit, räumt sie ein. Doch dann brauche man auch zwei weitere Jahre nicht mehr zu düngen. Vor allem kostet der selbst hergestellte organische Dünger nichts. Und dank Mapambano habe sie „vergessen, was ein Ernteausfall ist“. Schwankende Regenfälle, schwierige Böden, große Entfernungen bis zur nächsten Stadt und schlechte Infrastruktur – zahllose Faktoren machen Landwirtschaft in vielen afrikanischen Regionen zu einer komplizierten und riskanten Angelegenheit, die viel Erfahrung und Ausdauer rfordert. Über Generationen hinweg wurde eine Vielfalt von Anbaumethoden entwickelt, die an diese Schwierigkeiten angepasst waren. Doch zunehmender Landmangel erzwingt neue Verfahren und kreative Weiterentwicklungen.

Suzana und die Chinolos gehören zu einer ganzen Reihe „verrückter Erfinder“.

Im Unterschied zu Daniel Düsentrieb zeigt sich bei ihnen allerdings, dass ihre Entdeckungen, die sie weitgehend auf eigene Faust, ohne Unterstützung von außen, entwickelt haben, funktionieren.

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