Kreatives Mitmachcafe - ein Bericht über unser letztes Treffen
Diejenigen, die am Dienstagabend bei unserem Treffen nicht dabei sein konnten, werden sich wundern: Kreatives Mitmachcafe? Nun ja, ein Thema war die Namensgebung. Dabei wurde zunächst herausgearbeitet, daß wir dem OTELO-Ansatz folgen wollen, einen kreativen Raum für die Region um Süderbrarup zu initiieren. Da aber der Name Kreativraum nicht so öffentlichkeitswirksam ist, haben wir uns auf den Namen 'Kreatives Mitmachcafe' geeinigt -zumindest vorläufig, denn wenn einer derjenigen, die nicht dabei sein konnten, einen besseren Vorschlag hat, sollten wir den natürlich noch mal diskutieren. Der Name 'Kreatives Mitmachcafe' inkludiert mehrere Begriffe, die unsere Ideen und Vorstellungen (s. nächsten Absatz) doch gut wiederspiegeln. Hier geht es ums Machen, Mitmachen, Klüddern und Klönen, also um gemeinsames Entwickeln und Machen wie um das Miteinander kommunizieren. In einer 'Vorstellungs'runde zu Beginn des Treffens haben wir die Ideen und Vorstellungen der einzelnen Teilnehmer abgefragt. Und das war doch recht spannend. Vielfältige Ideen aus vielen unterschiedlichen Bereichen, haben das Möglichkeitsspektrum aufgezeigt. Kreative Möglichkeiten, die vielleicht nicht alle gleichzeitig realisierbar sind, zumindest nicht am Anfang. Das Nebeneinander verschiedener Initiativen, die man evt. miteinander verknüpfen kann, ist eines der Grundkonzepte des OTELO-Kreativraums. Ein Kreativraum ist also ein Freiraum für jede einzelne gemeinschaftliche Initiative. Menschen miteinander zu vernetzen steht im Zentrum unserer Initiative - generationenübergreifend und interkulturell. Menschen, die sonst nicht zusammen finden, dürfen hier spüren wie fruchtbar es sein kann, wenn man Hemmungen und Ängste überwindet und etwas gemeinsam bewegt und schafft. Konzepte, die die Region stärken - menschlich, kummunal und besonders auch wirtschaftlich - können hier erarbeitet und umgesetzt werden. Und immer geht es um die Region: Kräfte bündeln, um neue Perspektiven zu schaffen, Bedrohungen durch Finanz- und Wirtschaftskrisen, durch den demographischen Faktor oder die Metropolenferne durch intelligente Lösungen auffangen und daraus positive Strukturansätze entwickeln.
Ich liste einfach mal ein paar Ideen auf:
- Fahrradbau: Ob Fahrrad oder Fahrradanhängerbau, das könnte eine Aktion sein, die auch zeigt was OTELO für die Region bedeuten könnte. Man könnte gemeinsam ein Fahrrad oder/und einen Fahrradanhänger bauen, das ganze dokumentieren und daraus vielleicht ein KIT zum Nachbauen entwickeln, der dann auch verkauft werden könnte, denn auch das ist eine Idee, die im ländlichen Raum Sinn macht. Kleingewerbetreibende und die Community erarbeiten gemeinsam ein Konzept, einen Plan, einen Prototyp und es entsteht eine Keimzelle zum Selbständigmachen oder Selbständigbleiben. Bei einem guten Miteinander von Gewerbetreibenden und Freizeitaktivisten kann Fruchtbares für den Regionalraum entstehen. Fähigkeiten und Leistungen können untereinander getauscht und vermehrt werden. Gesundheit: Was heilt, was schadet? Wie finde ich das heraus? Gemeinsam kann man daran arbeiten, sich gegenseitig Hilfestellungen für seelische, psychische oder auch physische Gesundung zu geben.
- Alte Techniken: Viele alte Techniken drohen zu verschwinden. Ob nun beim Ernten und Einmachen von Früchten oder beim Bauen mit Holz oder beim Umgang mit Textilien ohne Plastikpartikel. Schnell mal ein Nagel oder eine Schraube vom Baumarkt oder vielleicht ein Holznagel, ein Holzdübel als Verbindungselement. Oder: Auf die Pirsch gehen, um Obstbäume zu finden, die nicht genutzt werden und frei geerntet werden können, das auf mundraub.org kartografieren, eine gemeinsame Aktion zum Ernten und Einmachen starten und dabei alte Techniken erhalten und dem weltweiten, immerwährenden Verfügbarkeitswahn entgegenwirken.
- Philosophie: Tiefgründiges Klönen ist eine Kunst und ein Genuß, wenn man Tee oder Kaffee dazu trinkt. Und die Ergebnisse können helfen, Dinge anders zu denken und Leben zu verändern. Mir fällt dazu spontan ein Kapitel aus H. Welzers Selbst denken ein, in dem er beschreibt, wie sehr wir inzwischen auf Lifestyleprodukte abfahren, die einen virtuellen Lifestyle transportieren und die Mangelhaftigkeit des Produkts hinter der Lifestylewerbung geschickt verbergen. Welzer nennt hier 'RED BULL'. Was glaubt Ihr, wieviel Prozent der Gesamtkosten des Produktes macht die Werbung aus. Setzt Euch hin, dann sag ich es: 70 %.
- Nachdenken über das Jungsein und das Altwerden in der Region-Ideen zur Gestaltung von regionalen Lebensräumen: Wir nehmen vieles so hin, wie es ist. Weil es so ist. Weil wir es nicht alleine ändern können. So gab es früher in den Dörfern die Einheit von Miteinanderleben und Miteinanderarbeiten. Jeder hat partizipiert, der eine vom anderen gelernt. Man hat auf sich, auf den anderen und auf die Resourcen geachtet. Diese Stärken für die Region zurückzuerobern, wäre ein Gewinn, der helfen kann, Menschen davon zu überzeugen, auf's Land zurückzukehren.
- Zusammen Spiele entwickeln und spielen: Man trifft sich, um zusammen zu klönen und zu spielen oder gar selbst Spiele zu entwickeln.
- Bauen und Energiesparen: Mal ein Windrad bauen, kleine Elektroautos wie City El fit machen und gemeinsam nutzen, diskutieren wie man selbst Solarenergie produzieren kann, …
- Reparieren statt wegwerfen: Kaputt, wegwerfen, neukaufen- etwas anderes scheint sich nicht zu rentieren! Oder? Ist es vielleicht eine Frage eines Wertesystems, das uns große ökologische Schäden zufügt. Und gibt es kompetente Menschen, die Lust haben, aus Verantwortung für unsere eine Welt zu reparieren?
- Neue Technologien kennenlernen,um Ressourcen schonend zu bauen: 3D-Drucker, um Ersatzteile selbst zu produzieren, die auf dem Markt nicht mehr verfügbar sind. Sich mit Hardware auseinandersetzen, um faire und ökologische Alternativen zu finden. Gemeinsam Software entwickeln oder zu installieren und administrieren, um lebendige, von allen nutzbare Regionalportale zu bauen, die helfen in Kontakt zu bleiben, beizustehen und sich zu kümmern.
Einig war man sich, daß gute Öffentlichkeitsarbeit hilfreich ist, um die Initiative bekannt zu machen und das weitere Aktionen dabei nützlich sind., Gleichwohl ist es wichtig, baldmöglichst einen Raum zu finden, der dann für den Start und für Aktionen genutzt werden kann. Gesprochen haben wir auch über die Palettenbauaktion und ihre Wirkung. So waren zwei Interessierte aus Boren anwesend, die selbst mit Paletten interessante Möbel gebaut haben und ich habe von einem Nachbarn, eine Tischkreissäge, eine Bandsäge, einen Schleifer, eine Drechselbank ,… für die Werkstatteinrichtung erhalten. B. hat uns ein Buch über Holzarbeiten mitgebracht und will noch das eine oder andere zum Erfolg der Initiative (u.a. einen Blog) beisteuern. Wir hatten eine rege, inspirierende Diskussion und wir sollten auch beim nächsten Treffen noch mal einige Minuten für ein Brainstorming aufwenden, wobei es auch schön wäre, wenn der eine oder andere sagt, an welcher Idee er konstruktiv mitarbeiten möchte und könnte.
Um die nächsten Schritte zu diskutieren, wollen wir uns am 12.11 um 18:30 in Süderbrarup im KORFU (am Marktplatz)* treffen. Wir freuen uns auf spannende Diskussionen u.a. zu folgenden Themen:
- Wie finden wir einen Raum?
- Palettenmöbel - Wie kanns weiter gehen?
- Vorschläge für die nächste Aktion
- Termin mit dem Bürgermeister -Wer kommt mit?
- Kurzreferat zu OTELO
- Öffentlichkeitsarbeit - Wie und wer!
- Internetseite und Blog
Bitte informiert uns, falls Ihr weitere Vorschläge für das Treffen habt.
te einfach mal ein paar Ideen auf:
