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Baltikum Masuren1

Veröffentlicht am 2019-06-16 00:00:00.0


Baltikum Masuren1

Mikolajki oder besser gesagt der Campingplatz in Talty war unser nächstes Ziel. Oder besser: Alle guten Dinge sind 3. 2 Campingplätze haben wir uns angesehen, die uns nicht so gefallen haben und dann hat uns der Campingplatz in Talty zugesagt. Es zeigt sich, dass wir immer länger brauchen als erwartet. Und 250 km mit dem Wohnwagen und dem Klappwohnwagen sowas wie eine erste Schmerzgrenze sind, egal wo auf dieser Fahrt. Aber dafür werden wir auch hier von einem kleinen Restaurant auf dem Campiungplatz verwöhnt, der zu günstigen Preisen Wohlschmeckendes bietet. Am nächsten Tag dann, erkunde ich die Gegend südlich von Mikolajki mit dem Rad.

Immer durch Wald, fast 40 km mit 2 kleinen Dörfern am Wegesrand, wo findet man das noch. Nachdem ich mich am Ende eines Waldweges durch Mahlsand gewühlt habe, entdecke ich eine Fähre und auf der anderen Seite ein großes Gebäude. Man denkt: Jetzt geht es auf ausgebauten Straßen weiter. Wieso gibt es sonst mitten in der Wildnis eine Fähre mit einer atemberaubenden Landschaft?

Aber ich bin bei Wierzba und Popielno. Poplieno ist eben ein besonderer Ort. Ich nehme eine Strecke mit Asphalt, an den Seiten Zäune und ich überquere eine Schneise mit Gitterstäben, um auf die Waldstraße zu gelangen. Maps zeigt mir, wo ich rauskomme. Die Hinweisschilder verstehe ich nicht. Ca. 10 km oder mehr Wald und immer gerade aus. Ein paar Autos überholen mich, keins kommt zurück. Ein schöner Wald begleitet mich auf meinem Weg zum Ausgang aus diesem Gelände. Und dort steht er, der Stabag-Arbeiter, der mich bremst. Er gestikuliert und meint ich müsse umkehren. Alles wieder zurück, nochmals MAHLSAND,.... Wo sind die Autos geblieben? Umkehren? Nein, das ist nicht mein Wille. Also schauen und abwarten. Ein zweiter, wesentlich jüngerer Arbeiter kommt und Autos fahren weiter. Ich frage ihn und er winkt mich durch. Ein Blick zurück und dort steht ein Hinweis auf deutsch oder englisch: Zu Fuß: Durchgang nicht erlaubt- Gefährliche wilde Pferde. Und da dämmert es mir und später lese ich auf einer Webseite:

Innerhalb des Naturpark Masuren (55.000 Hektar) fährt südlich von Mikolajki, nach Bedarf eine kleine Autofähre über den Beldany See zum zoologischen Forschungszentrum der polnischen Wissenschaftsakademie.

Seit 1955 werden hier auf einem alten Gutshof, Biber, Wisente und Wildpferde, die Nachfahren der Waldtarpane/Koniks gezüchtet und ausgewildert. Während Biber und Wisent heute nicht mehr bedroht sind ist die Hauptattraktion, das jährlich von vielen Touristen besuchte 1600 Hektar große Freigehege der Koniks.

Nach dem Verlassen des Geländes erwartet mich eine nagelneue Fahrbahn, wo allerdings noch die eine Straßenseite ausgebaut wird. Das erste Dorf ,Wejsuny, nach stundenlanger Wildnis zwingt mich zu einem Umweg, der fast bis nach Pisz führt. Auch hier kaum ein Haus, kein Dorf, nur Wald. Jetzt muß ich mich entscheiden: Um den Sniardwy radeln oder über Ruciane-Nida wieder zurück. Ich entscheide mich für die zweite Alternative. Ab Rucina-Nida erwartet mich Natur, aber auch heftige Wegstrecken und nach wenigen Kilometern springt zu meiner Schande die Gangschaltung vom Lenker. Mir bleibt nichts als mein Top-Agrar-Allzwecktool als Kombizange zu nutzen und einen mittleren Gang einzustellen. Schotterweg bergauf und runter im Eingangmodus. Mahlsand bedeutet dann Schieben, Schieben,... Aber es lohnt sich. In der Dämmerung passieren 2 kapitale Hirsche - mindestens 15-Ender (: den Weg direkt vor mir. Wer diesen oder einen ähnlichen Weg wählt, kann noch ein ursprüngliches waldreiches Masuren erleben. Am nächsten Tag führt es mich nach Norden: Dort zeigt Masuren ein anderes, aber auch sehr spannendes Gesicht.

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