Ruhrtaltour
Am 11.6.2009 sind Ingrid und ich zu unserer Ruhrtour gestartet. Da ging es dann zunächst nach Dortmund zum Bahnhof, wo wir abgeladen haben, den Wagen an einen unserer Söhne übergeben haben und dann in die Bahn nach Winterberg gestiegen sind. Da es keine speziellen Gepäck-und Fahrradabteile gab, mußten wir den Trike im Einstieg querstellen. Außer ein wenig Adrenalin gab es keine Probleme. Dabei hatten wir das Bett-und-Bike-Buch vom ADFC, Routenpläne und gute Laune. Als wir dann in Winterberg ankamen, regente es zunächst. Mit SH-Gelassenheit ging es daher zunächst ins Cafe. Und dann begann die Abfahrt. Skiabfahrt kann auch nicht schöner sein!

Die Ruhrquelle streifend durch Wälder und Täler runter nach Olsberg, wo wir dann auch schon übernachtet haben. In Olsberg sind wir noch ein wenig umnhergeirrt, haben uns eine Eisdiele gesucht und den Geschwindigkeitsrausch mit Eislust abgerundet. Mit meinem Nomad S konnte ich problemlos an die 60 kmh fahren. Das Gefährt lag ruhig auf der Straße, meisterte die Kurven etc. problemlos. Als ich das selbe später mit meinem MadMax auf dem Weserradweg nachstellen wollte, war bei 50 kmh Schluß. Die Federung vorne fing an zu wippen. Dafür ist mir am MadMax noch nie eine Speiche gebrochen, was mir mit dem Nomad auf der Skagentour doch ein paar mal passiert ist. Auf dem Weg von Winterberg nach Olsberg sind uns dann noch Oldtimer besonderer Art aufgefallen:

Besonders gut hat uns die natürliche Landschaft hinter Winterberg gefallen. Kleine asphaltierte Straßen und Wege führten durch die bergige Natur.

Der nächste Tag war dann für Ingrid etwas anstrengender. Während ich unter dem Wind durchfahren konnte, musste Ingrid gegen den Wind treten, während ich ohne Muskeleinsatz vorwärts glitt. Wegen eines nächtlichen Sturms waren einige Bäume umgekippt und lagen über dem Weg. Mit vereinten Kräften haben wir die Räder über einen Stamm gewuchtet und es konnte weiter gehen.

Man könnte denken, Ruhr ist Ruhrgebiet, ist Industrie, Schmutz, Dreck und wenig Natur. Und? Wir haben auf dieser Tour eher gedacht, wo ist denn die schmutzige Industrie? Auch wenn wir erst nur bis Essen getourt sind, weil uns in Hattingen aufgrund eines lukullischen Wochenendes das Übernachtungsglück versagt blieb, so haben wir den anderen Teil der Reise von Krefeld zum Bredeneysee einige Zeit später nachgeholt und auch hier war selbst in den Städten Duisburg, Mülheim und Essen gepflegte Natur angesagt. Von Olsberg bis Hattingen war Langzeitidylle mit besonderen Impressionen angesagt. Spielerisch gespiegelte Kultur im Fluß begegnete uns unter anderem in Form von Kirchen und wunderschönen Holzbrücken.

Und Industrie kann manchmal ja auch ganz schön überraschend kunstvolle Einblicke gewähren, wie das nächste Bild zeigt.

Da bohrt ein Boot eine dicke Mauer und die Ruhr ist nur einen Katzensprung entfernt. Da schaut man gerne hin und denkt sich seinen Teil. Genauso wie auf die Turbulenzen unter einer Brücke, die zeigen wie dynamisch hier das Wasser seinen Weg bahnen kann, auch wenn es meist sanft und ruhig im breiten Flussbett fließt.

In dem Zusammenfluss verschiedener Gewässer umspielt von Hügeln, Wald und Wiesen lässt es sich genussvoll radeln. Erholung pur.

Besonders eindrucksvoll schlängelt sich der Fluß durch die kleine Stadt Arnsberg, die sich vom Ufer der Ruhr an den Bergen heraufzieht.
Kleine Städte auf begrünten Hügeln lassen Dich erahnen, dass es sich hier an der Ruhr meist gut leben lässt und Mensch und Fluss eine innige Symbiose bilden.

Und ich kann es nicht lassen. Auch ´wenn sich der Betrachter ein wenig gedulden muss, bis alle Fotos aufgebaut sind, hier nochmals eine Demonstration natürlicher Wildheit und Harmonie.

