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Chagga oder Was effizient scheint

Veröffentlicht am 2019-05-03 00:00:00.0


Chagga oder Was effizient scheint

Large Scale Farming,Glyphosat oder ökologische kleinstrukturierte Landwirtschaft

Immer wieder wird behauptet, dass wir das Problem des weltweiten Bevölkerungszuwachses nur mit moderner Landwirtschaft bewältigen können. Dabei ist bekannt, dass wir für unsere Ernährung und Futtermittel nach meiner Berechnung zu den in Deutschland verfügbaren 16 Mio ha LNF (landw. Nutzfläche) noch mal 14 Mio. ha in Übersee verbrauchen. Geht es um effiziente Nutzung von Land, um Menschen satt zu machen ist die historische Landbewirtschaftung der Chagga eher ein Vorbild als unsere moderne Landwirtschaft:

Die Chagga sind ein rund um das Kilimandscharo-Massiv in Tansania lebendes Volk. Ungefähr 250 Einwohner leben auf einem qkm. (Deutschland 232). Sie nutzen seit Generationen ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem. Dieses System hat ihnen - integriert in eine Baumgartenkultur mit mehreren Hundert verschiedenen essbaren Pflanzen-Arten auf mehreren Vegetationsebenen - jahrhundertelang ermöglicht, intensive Landwirtschaft an den Hängen des Kilimandscharo zu betreiben. Mittlerweile wurden jedoch die meisten Kanäle durch Rohrleitungen ersetzt. Durch das Abholzen großer Teile des ursprünglichen Regenwaldes und der dadurch bedingten Verödung der Böden in Verbindung mit zunehmender Trockenheit ist dieses System gefährdet.

Aus dem Weltagrarbericht

Aus dem Weltagrarbericht:

  • In der Regel sind arbeitsintensive und kleinteilige Strukturen klimafreundlicher als industrielle Monokulturen; ebenso der lokale und direkte Verbrauch im Vergleich zu aufwändigen Transport-, Verarbeitungs- und Kühlketten. Enormes Potenzial sieht der Weltagrarbericht in einer klimaschonenderen Bodenbewirtschaftung: Ackerland darf nicht brach liegen, sollte stetig begrünt sein und nicht mehr und nicht tiefer gepflügt werden als nötig.*

Plädoyer für eine Synthese aus Technik, Erfahrung und gemeinschaftlichem Handeln

Digitalisierung,KI und Mechanisierung können durchaus dazu beitragen, feingranulare , verzahnte Landwirtschaft mit Kleinbauern, Familienbetrieben und Dorfgemeinschaften effektiv und nachhaltig zu gestalten und zu steuern.

Plädoyer für den Menschen und sein Einfallsreichtum

Er weigert sich, weil Mapambano „von einer Frau erfunden wurde“, seiner inzwischen berühmten Nachbarin.Das Dorf Haubi, in dem sie lebt, ist nur 36 Kilometer von der Distrikthauptstadt Kondoa entfernt,doch wegen der ausgewaschenen Straße, die sich durch eine von Erosionsrinnen zerklüftete Hügellandschaft windet, dauert die Fahrt mit dem Geländewagen über zwei Stunden – und wenn es geregnet hat, geht gar nichts. Als Suzana 1957 im Alter von 27 Jahren Witwe wurde, reichte ihr halber Hektar Land bestenfalls, um sich und ihre acht Kinder zwei Monate lang zu versorgen. So experimentierte sie mit Kompostierung. Anstatt die Maisstiele und anderen Erntereste zu verbrennen, wie es normalerweise geschieht, sammelte sie sie in einer Grube. Nach und nach erweiterte sie den Cocktail um Asche, Dung und Urin, Abwasser, Küchenabfälle und Gras, bis die Mischung stimmte. Sie stellte fest, dass die Kompostierung umso schneller erfolgte, je tiefer die Grube war. Innerhalb von weniger als sechs Monaten erwandelte sich jetzt der Inhalt der bis zu drei Meter tiefen Deponie, abgedeckt und gelegentlich mit etwas Wasser versorgt, in dunkle, krümelige, fruchtbare Erde, genug, um die Pflanzen auf mehreren Hektar mit neuer Muttererde zu versorgen. Gewiss sei das anfangs viel Arbeit, räumt sie ein. Doch dann brauche man auch zwei weitere Jahre nicht mehr zu düngen. Vor allem kostet der selbst hergestellte organische Dünger nichts. Und dank Mapambano habe sie „vergessen, was ein nteausfall ist“. Schwankende Regenfälle, schwierige Böden, große Entfernungen bis zur nächsten Stadt und schlechte Infrastruktur – zahllose Faktoren machen Landwirtschaft in vielen afrikanischen Regionen zu einer komplizierten und riskanten Angelegenheit, die viel Erfahrung und Ausdauer rfordert. Über Generationen hinweg wurde eine Vielfalt von Anbaumethoden entwickelt, die an diese Schwierigkeiten angepasst waren. Doch zunehmender Landmangel erzwingt neue Verfahren und kreative Weiterentwicklungen.

Suzana und die Chinolos gehören zu einer ganzen Reihe „verrückter Erfinder“.

Im Unterschied zu Daniel Düsentrieb zeigt sich bei ihnen allerdings, dass ihre Entdeckungen, die sie weitgehend auf eigene Faust, ohne Unterstützung von außen, entwickelt haben, funktionieren.

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