Uganda, da ist doch Urwald? werde ich oft gefragt. Ja natürlich ist da auch Urwald. Aber der Urwald schwindet, Jahr für Jahr. Von 50000 km2 um 1990 auf etwas über 20000 km2 heute. Andere Zahlen sagen, dass zwischen 1990 und 2010 30% Wald verschwunden sind, was etwas weniger wäre, als oben angegeben. 15,2 % Waldfläche hatte Uganda 2010 noch. Vergleicht man das mit Deutschland (fast ein Drittel ist mit Wald bedeckt) , einem ausgewachsenen Industrieland, ist das bedrohlich wenig.
.
Auf der Seite
https://www.regenwald.org/petitionen/782/uganda-rettet-den-mabira-regenwald
findet man folgende Info:
``` Bereits 2007 sollten Teile des Mabira-Regenwaldes an ausländische Investoren veräußert werden – dagegen hat das lokale politische Netzwerk „Save Mabira Crusade“ zusammen mit der ugandischen Umweltorganisation NAPE (National Association of Professional Environmentalists) und der Bevölkerung erfolgreich protestiert. Der Mabira-Wald steht seit 1932 unter Schutz und beheimatet 312 Baumarten, 287 Vogel- und 199 Schmetterlingsarten.
Nun startet Ugandas Präsident Yoweri Museveni einen zweiten Versuch und begründet ihn mit der vermeintlichen Zuckerknappheit und den entsprechend hohen Preisen für dieses Grundnahrungsmittel. Angeblich sei allein das Gebiet des Mabira-Waldes zum Anbau von Zuckerrohr geeignet; Umweltaktivisten bestreiten das. Die Provinz Buganda und das Bistum Lugazi hatten alternative Flächen für den Zuckerrohranbau angeboten, um den Mabira-Wald vor der Zerstörung zu bewahren. Beide Angebote lehnte der Präsident ab und erklärte, er sei bereit für den „Zuckerkrieg“.
Die zunehmende industrielle Landwirtschaft hat in Uganda bereits großen Schaden angerichtet: So ist die Waldfläche zwischen 1990 und 2005 um 1,5 Millionen auf 3,5 Millionen Hektar geschrumpft. Außerdem geht die traditionelle Landnutzung durch Kleinbauern immer mehr zurück; und der Wasserpegel des Viktoriasees ist unter anderem durch die intensive Bewirtschaftung bereits erheblich gesunken.
Weite Teile der Bevölkerung stehen diesen Entwicklungen besorgt gegenüber und lehnen auch die geplante Verfassungsänderung zur Privatisierung von Waldgebieten ab. Laut Verfassung gehören die Wälder gemeinschaftlich der Bevölkerung Ugandas. Der Staat darf die Regenwälder des Landes lediglich im Interesse der Bevölkerung verwalten. ```
Was man allerdings auch erwähnen sollte: Die kleinbäuerlichen Landwirte setzen auf ein ein Neben- und Miteinander von Bäumen, Nutzpflanzen und Tieren. Ausgeräumte Landschaften findet man hier nicht. Wenn aber das Landgrabbing Raum greift, wird das sich sicher ändern.
Laut einem Zitat aus der TAZ: Das Szenario ist düster: Das einst so grüne Uganda im Osten Afrikas könnte in 35 Jahren ein kahles, von Naturkatastrophen gebeuteltes Land sein, in dem kaum noch wilde Tiere leben und Ackerflächen das Landschaftsbild prägen. „Wenn unsere Wälder weiter mit der gleichen Geschwindigkeit wie bisher abgeholzt werden, dann wird 2050 kein einziger Wald mehr übrig sein“, warnt Gilbert Kadilo, der Sprecher der nationalen Forstbehörde (NFA).
