Während es Fluges
Beim Einchecken habe ich eine deutsche Familie mit dreijährigen Zwillingen kennengelernt. Die Eltern haben sich vor 12 Jahren in Ludwigshafen kennengelernt. Er kommt aus dem Kongo und sie aus Uganda. Wir haben sehr nett miteinander geplaudert. Sie war aber ein wenig genervt, weil ihre Töchter so lebendig waren. Sie meinte zu mir, die beiden wären richtige Löwinnen. Im Flugzeug habe ich ihren Mann dann wiedergetroffen. Zufälligerweise haben wir nebeneinander gesessen. Papi und ich haben dann Spaß miteinander gehabt und uns über seine Flucht, seine Familie und seine Zeit in Deutschland unterhalten. Er wurde in Uganda verfolgt, gefoltert und war gezwungen, das Land zu verlassen. So viele ähnliche Schicksale, soviel Leid auch durch europäische Kolonialpolitik, durch Imperialismus und durch von uns beförderte korrupte Politik. Ich habe ihm dann auch erzählt, was die Flüchtlinge, die ich im VERA-Projekt betreue, erlebt haben.
Es gab auf dem Flug leckeres Essen. Nachdem wir nach 22:00 gestartet sind, waren wir vor 24:00 kurz vor Tirana.Um 1:00 haben wir Kreta überflogen. Bei Flugbeginn gab es einige Turbulenzen, die nach Alpenüberquerung endgültig aufgehört haben. Jetzt ist es 1:11 und es dauert sicher nicht lange, dann sind wir über Afrika. Um 5:00 sind wir dann in Addis Abeba angekommen. Papi, so mein deutsch-kongolesischer Nachbar, und ich haben noch Mailadressen getauscht, um uns unsere Erfahrungen mitzuteilen. Das Klima in Addis Ababa war OK, aber nach einer Reise von 23 Std. in einer Riesenwarteschlange mit viel Gepäck stehen, durch den Zoll zu müssen, .., war schon anstrengend.
Auf dem Flug nach Entebbe habe ich wieder mit einer Sitznachbarin aus Uganda lange kommuniziert. Sie war in China. Business! Auch das war informativ. Der Flug über Entebbe mit moderenen Gebäuden und dem Victoriasee seitlich im Flugzeugfenster war auch ein besonderes Highlight. Die Passkontrolle und Visaausstellung war sehr komfortabel und ging schnell. Dafür war mein Auftraggeber nicht am Flughafen. Das war dann mal Streß pur, vor allem weil es für mich fast unmöglich war, zu telefonieren. Nicht weil die Telefonverbindungen nicht klappten. Oh.nein. Es war die permanente Lautstärke am Flughafen durch viele wartende Menschen, die mir das Verstehen unmöglich gemacht habe, Aber dann half mir jemand. Security stand auf seinem Hemd und ich dachte der Security kannst Du trauen. Ich konnte, auch wenn er nur Taxifahrer war. Er hat mich sicher zu Fred und seiner Familie gebracht. Nach ein paar Telefonaten stellte sich heraus, dass er gar nicht wußte, dass ich zu diesem Zeitpunkt kommen sollte. Das war bei der schwülen Hitze und der Lautstärke vor dem Flughafen sehr stressig. Also ging es per Taxi nach Kampala. Über die Stadt werde ich sicher noch einiges erzählen. Ich kam dann bei Fred an und sagte zum freundlichen Taxifahrer 'Very nice'. Er darauf: 'Very nice? Nice! Really nice' Mit der Begrüßung durch Fred und seine Familie war der Streß vorbei. Es war eine tolle Atmosphäre. Und ich habe gesehen, was sie so produzieren. Chia-Saat, Moringha-Powder, Mushrooms, auch davon später mehr. Alles durchdacht. Ich habe fast ein Haus für mich, mit einem schönen Schlafzimmer und tollem Arbeitsraum, .. Um 16:30 bin ich dann endlich nach über 33 Stunden auf den Beinen ins Bett gefallen und habe mit einer Unterbrechung bis 7:00 morgens durchgeschlafen.
