Ich hatte ein Apfelbäumchen gepflanzt,
voller Trotz habe ich es tagtäglich gegossen.
Ich habe es zärtlich gehegt.
Und es ist gewachsen! In all diesen Jahren
trieben immer wieder neue Sprossen.
Mit jedem Blatt wuchs eine Zuversicht.
Das Bäumchen stand im Sonnenlicht.
Kein Wind war zu stark,
der Baum stand wie eine Wehr.
und trotzte jedem tobenden Sturm.
Ich dachte, der Baum braucht mich nicht mehr.
ich ging dahin und trieb im Zeitenmeer.
Ich vergass meinen Baum,
als wäre der Erhalt seiner Kraft
nicht mein sehnlichster Traum.
Und heute krankt der Baum,
geplagt von apokalyptischen Wunden,
statt Sonnenlicht eisige Kälte,
feuchter Dunst und saurer Regen!
Ich habe vergessen,
ihn vorsorglich zu hegen.
Nun ist die Hoffnung dahin,
es sei denn Hoffnung macht immerzu Sinn.
und jedes Bäumchen bleibt ein Gewinn,
nicht in Geld zu bemessen.
Drum hege ich meinem Baum,
und hoffe so manches Kind,
träumt auch so einen Traum,
und pflanzt im Gegenwind,
ebenfalls seinen eigenen Baum.
