Herbstblatt
Christian Paulsen
Ein Blatt schwebt sanft vom Baum,
bewegt sich wie im Traum,
schwebt und treibt im lauen Wind,
schwerelos und tanzend wie ein Kind.
Die Zeit scheint still zu stehen.
Wohin ? Woher ? Wie lange noch
wird der Wind Dich wehen ?
Aussichtslos, unendlich zeitlos doch !
Ein Seufzen und Du loesst Dich leicht vom Baum,
Du jubelst dann in Deinem letzten Traum,
die Sonne waermt Dich wohlig,
und dennoch bist Du traurig.
Du steigst und faellst, Du tanzt und wirbelst,
Du fuehlst Dich leicht, unendlich matt.
Ein Sonnenstrahl scheint Dich zu necken,
Du scheinst die Weite dieser Welt erst zu entdecken.
Und dennoch wirst Du nicht genesen,
stattdessen fallen und verwesen.
Vergessen wie verloren und gewesen
entfliehst Du in den Traum,
bemerkst Dein Fallen kaum.
